Ärger um Wehrmachts-Würdigung am Friedhof Columbiadamm

Ärger um Wehrmachts-Würdigung am Friedhof Columbiadamm

Denkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Augusta Garde-Grenadier-Regiments Nr. 4 Foto: Sven Meissner

Hinter einer roten Backsteinmauer, eingehüllt in üppiges Grün, befindet sich auf einer rund 100.000 Quadratmeter großen parkähnlichen Anlage ein Ort, der vom Geist historisch-kritischer Aufarbeitung bisher weitgehend unbeachtet blieb: der Friedhof Columbiadamm.

Von Birgit Bürkner

Ein Soldat kniet unter einer Fahne, darunter ist zu lesen: „Seinen im Weltkrieg, tapfer und unbesiegt, mit Gott gefallenen Kameraden“.

Ärger um Wehrmachts-Würdigung am Friedhof Columbiadamm

Denkmal für die Gefallenen des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1, das im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 kämpfte. Dargestellt ist der Fähnrich von der Recke zum Zeitpunkt seines Todes (Foto: Sven Meissner)

Ein anderes Denkmal zeigt einen unter einem Leichentuch liegenden Mann, der seine geballte Faust dem Betrachter entgegenstreckt. „Wir starben, auf dass Deutschland lebe“, heißt es dazu. Ein weiterer Erinnerungsstein würdigt die 26. Panzerdivision der Wehrmacht „zum ehrenden Gedenken“.

Ein Zustand, der so gar nicht geht, meint die Neuköllner Linke. Und fordert: Kein Gedenken an Kriegsverbrecher!

Ärger um Wehrmachts-Würdigung am Friedhof Columbiadamm

Gedenkstein für die 26. Panzerdivision, 1944 verantwortlich für ein Massaker im italienischen Fucecchio (Foto: Sven Meissner)

„Leider kommen Kriegsverbrechen immer noch häufig vor – sei es im Irak, in Afghanistan oder in der Ukraine. Wir stehen in der Verantwortung, deutsche Kriegsverbrechen anzuerkennen und aufzuarbeiten“, sagt Linken-Abgeordnete Susanka Sambefski.

„Deshalb müssen wir uns auch mal damit befassen, was eigentlich auf unseren Friedhöfen alles so rumsteht. Ein Gedenken an eine Wehrmachts-Panzerdivision, die 174 Männer, Frauen und Kinder auf grausame Weise ermordet hat, ist für uns untragbar.“

Ärger um Wehrmachts-Würdigung am Friedhof Columbiadamm

Ehrenmal mit Eisernem Kreuz, ab 1813 höchste Kriegsauszeichnung (Foto: Sven Meissner)

In den 1860er-Jahren neben dem Exerzierplatz Tempelhofer Feld angelegt, handelt es sich um den größten Soldatenfriedhof Berlins mit 7395 Kriegs-Gräbern.

Auf B.Z.-Anfrage sagt der zuständige Stadtrat Jochen Biedermann (42, Grüne): „An der wissenschaftlich durchgeführten Aufarbeitung wird aus meiner Sicht kein Weg vorbeiführen.“

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Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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