Berliner Senat gründet Energie-Task-Force

Berliner Senat gründet Energie-Task-Force

Die PCK-Raffinerie in Schwedt gehört zum russischen Ölgiganten Rosneft und beliefert zu 95 Prozent Berlin und Brandenburg mit Benzin, Diesel, Kerosin, Heizöl Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Sorge geht um: Wie sicher ist in Berlin die Versorgung mit Gas, Öl, Kohle in Zeiten der Ukraine-Krise? Die IHK warnte am Dienstag schon: „Kein Unternehmen in Berlin darf zwangsweise wegen Energieknappheit geschlossen werden.“

Wirtschaftssenator Stephan Schwarz (56, parteilos) hat in seinem Haus eine Task-Force gegründet: zwölf Experten, Tendenz wachsend. Im Visier haben sie nicht nur die Energieversorgung, auch industrielle Lieferketten, Ernährungssicherheit.

Derzeit gibt der Senator Entwarnung: „Wir befinden uns nicht in einem Krisenfall. Wir haben keine Knappheit an Ressourcen – übrigens auch nicht an Mehl.“

Berliner Senat gründet Energie-Task-Force

Berlins Wirtschaftssenator Stephan Schwarz (56, parteilos) (Foto: Carsten Koall/dpa)

Die Situation in Deutschland:

 Kohle: 50 Prozent aus Russland, aber Lieferverträge werden gerade umgestellt, etwa bei Vattenfall für zwei Kraftwerke. Schwarz: „Wir sind schon voll im Ausstiegsszenario.“ Ab 11. August gilt EU-weit ohnehin ein Importstopp.

 Rohöl: 35 Prozent kamen 2021 aus Russland. Bis Mitte des Jahres wird die Menge halbiert, bis Sommer 2024 sinkt sie wohl auf zehn Prozent. Rein rechnerisch könnten bei einem Ausfall 200 Tage mit Reserven überbrückt werden.

Ein Problem ist die Raffinerie in Schwedt, die ihr Rohöl direkt über eine Pipeline aus Russland bekommt und zu 95 Prozent die Hauptstadt mit Benzin, Diesel, Kerosin, Erdöl versorgt. Eine Umstellung ist in Arbeit über Häfen (Rostock, Danzig) oder per Lkw/Zug aus dem Westen.

 Gas: 55 Prozent kamen 2021 aus Russland, inzwischen noch 44 Prozent. Bis Jahresende könnte der Anteil auf 30 Prozent gesenkt werden, bis nach Einschätzung des Bundes im Sommer 2024 schrittweise auf zehn Prozent. Käme es zu einer Mangellage, könnte Berlin keine Mengen verteilen – das ist ausschließlich Sache der Bundesnetzagentur.

„Aber 80 Prozent der Berliner Gasanschlüsse sind gesetzlich geschützt. Wohnungen und z. B. Kliniken“, so Schwarz. Die restlichen Anschlüsse gehören zu Unternehmen, deren Belieferung nach festgelegten Prioritäten stattfindet.

Berliner Senat gründet Energie-Task-Force

 

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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