Betrugsvorwürfe gegen Influencer Fynn Kliemann : Die Maske fällt

Die vom TV-Moderator Böhmermann erhobenen Vorwürfe gegen Kliemann wegen vermeintlich „fairer“ Maskendeals wiegen schwer. Was wohl Olli Schulz dazu sagt?

Betrugsvorwürfe gegen Influencer Fynn Kliemann : Die Maske fällt

Im Visier von Jan Böhmermann (li.): Fynn Kliemann, Webdesigner, Youtuber, Musiker und Songwriter.Foto: dpa

Fynn Kliemann wirkt freundlich, nett, leicht verpeilt, den 34-Jährigen mit den fluffigen Haaren und dem Weltenretter-Image, der einen Bauernhof bei Bremen betreibt und Handwerkervideos dreht, könnte man als Schwiegersohn haben wollen.

Die Millenials kennen den Unternehmer, Musiker und Webdesigner als Youtuber oder aus einer Netflixserie von 2021, in der er mit Olli Schulz das Hausboot von Gunter Gabriel in Stand setzt und sich Hals über Kopf in finanzielle Schwierigkeiten stürzt.

Das Thema Geld spielt auch in diesen Tagen eine große Rolle in Kliemanns Leben: Der Influencer steht nach einem TV-Beitrag von Jan Böhmermann zu Kliemanns Geschäften mit angeblich „fair“ produzierten Schutzmasken heftig in der Kritik. Böhmermann veröffentlichte am Freitag einen längeren Beitrag in der Show „ZDF Magazin Royale“.

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Der Verdacht eines zweifelhaftes Geschäft liegt nahe. Kliemann soll asiatische Masken als europäische ausgegeben und minderwertige Ware an Flüchtlinge gespendet haben. Jener verbreitete am Freitag ein langes Statement, in dem er sein Handeln kritisch reflektierte. Darin hieß es: „Ich möchte mich in aller Form bei allen Personen, Organisationen, Institutionen entschuldigen, die nun ,auf den ersten Blick’ enttäuscht und geschockt sind.“

Er bat zugleich um einen differenzierten Blick. Manches stimme nicht.
Dazu muss man wissen, dass Kliemann in den Tagen zuvor mit dem Thema selbst an die Öffentlichkeit ging, als er auf Instagram mit seinen 800 000 Followern zu einem Fragenkatalog Stellung nahm, den ihm die Böhmermann-Redaktion zugeschickt hatte. Eine legitime, aber ungewöhnliche Maßnahme im Zusammenhang mit einer journalistischen Recherche.

Nicht jeder Satz der ersten Kliemann-Antworten war deckungsgleich mit dem, was dieser am Freitag im Umfeld der Fernsehausstrahlung von sich gab. Der Kritisierte korrigierte im „Spiegel“-Interview seine Aussage, dass er sich an dem Maskendeal nicht bereichert habe. Natürlich denke man: „Ey, wir verdienen hier Geld!“, räumte er ein.

„Konnte den Prozess nicht mehr überblicken“

Der Fall ist in den Details verwickelt. Konkret geht es unter anderem um den Produktionsort von Schutzmasken, der möglicherweise bewusst nicht transparent gemacht worden ist. Statt in Europa sollen sie in Asien hergestellt worden sein. Kliemann wird in diesem Zusammenhang mit einer Textilfirma in Verbindung gebracht.

In seinem Statement vom Freitag heißt es: „Ich muss mir klar eingestehen, dass ich den Prozess nicht mehr überblicken konnte. Das darf niemals passieren und somit übernehme ich, auch wenn ich weder Produzent noch Verkäufer war, eine Verantwortung.“

Durch die Versäumnisse, sich mit diesen Prozessen nicht eingehend befasst zu haben, habe er viele enttäuscht, wie auch auf Kliemanns Instagram-Profil nachzulesen ist.

Olli Schulz hat engen Draht zu beiden Beteiligten

Die Vorwürfe wiegen schwer. Die Recherche der „ZDF Magazin Royale“-Redaktion führte für Kliemann wirtschaftlich zu ersten Konsequenzen. Der Online-Händler About You, der zum Otto-Konzern gehört, teilte am Sonnabend mit: „Das ZDF Magazin Royale Video hat uns erreicht. Aktuell prüfen wir den Fall intern, um uns ein genaues Bild von dem Sachverhalt zu verschaffen.“

In einem ersten Schritt habe man Masken der Marke „Oderso“ offline genommen. Kliemann ist laut Impressum des Shops Geschäftsführer. Zudem teilte die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis mit, dass sie eine Auszeichnung aberkenne, die Kliemann 2020 erhalten habe.

Es wäre interessant zu erfahren, was Olli Schulz zu all dem sagt. Der Musiker und Moderator steht in enger Beziehung zu  beiden Beteiligten der Kontroverse: Mit Kliemann über die Netflix-Serie samt gemeinsamem Hausboot. Mit Böhmermann über den wöchentlich ausgestrahlten Spotify-Podcast „Fest & Flauschig“.

In einem früheren Beitrag dort bat Schulz Böhmermann darum, nicht weiter auf Kliemann und einem strittigen Thema herumzureiten. Am Mittwoch dieser Woche nun kein Wort zum Thema Kliemann im Podcast. Das kann noch kommen.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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