Deutsche Fußballerinnen nach WM-Qualifikation : Mühselig, aber erfolgreich

Ohne Glanz, aber trotzdem souverän schaffen die deutschen Fußballerinnen die Qualifikation für die WM-Endrunde 2023. Auf dem Weg dahin warten andere Gegner.

Deutsche Fußballerinnen nach WM-Qualifikation : Mühselig, aber erfolgreich

Felicitas Rauch bejubelt ihr Führungtor per Elfmeter.Foto: AFP/Ozan Kose

Am Sonntag stand Regeneration auf dem Programm bei den deutschen Fußballerinnen. Nach dem 3:0-Sieg über die Türkei in Bursa löste das DFB-Team – zwar nicht ganz glanzvoll, dafür aber umso souveräner – vorzeitig das Ticket für die Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Neuseeland und Australien. So blieb Zeit, um die Stadt im Nordwesten der Türkei noch ein wenig zu erkunden, bevor es am Montagmorgen dann mit dem Flieger Richtung Bulgarien geht zum letzten WM-Qualifikationsspiel.

Gegen die Türkei tat sich Deutschland am Samstag über weite Strecken sehr schwer im Spiel nach vorne und kam vor allem in der ersten Hälfte nicht oft zu Chancen. Deutschland startete schwungvoll in die Partie, konnte aber lange nicht so begeistern wie noch bei der EM in England.

Es fehlte an Kreativität und nur Klara Bühl über links und Außenverteidigerin Nicole Anyomi auf der rechten Seite konnten mal für etwas Tempo im deutschen Spiel sorgen. Trotzdem zeigte sich die Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zufrieden mit der Leistung ihrer Spielerinnen. „Wir hatten uns mehr vorgenommen. Man hat gemerkt, dass wir zu Beginn der Saison noch nicht die Spielqualität haben, die uns gut zu Gesicht stehen würde in solch einem Spiel. Am Ende steht aber ein Sieg – das zählt. Wir sind für die WM qualifiziert“, resümierte die 54-Jährige.

Das DFB-Team war stets bemüht, man merkte einigen Akteurinnen aber die fehlende Spielpraxis an. Für alle Spielerinnen, außer denen von Eintracht Frankfurt, die bereits in der Qualifikation für die Champions League zum Einsatz kamen, war es das erste Pflichtspiel nach der Sommerpause.

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So war es insgesamt nicht der beste Auftritt Deutschlands, dafür aber ein zu jeder Zeit ungefährdeter Sieg. Gegen sehr tief stehende Türkinnen, die eher darauf aus waren, keinen Spielfluss zustande kommen zu lassen und leidenschaftlich verteidigten, kamen die deutschen Spielerinnen um Kapitänin Alexandra Popp nur selten zu Abschlüssen. Wenn es dann mal so weit war, war oftmals irgendein Körperteil der Türkinnen dazwischen. Passenderweise fiel der erste Treffer erst in der zweiten Hälfte per Elfmeter durch Felicitas Rauch. Die weiteren Tore erzielten Klara Bühl und die eingewechselte Lea Schüller.

„Es war mühselig. Wir waren absolut bemüht, sind aber nicht in den Spielrhythmus gekommen. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir uns zu viel mit dem Ball bewegt und zu oft über die Mitte agiert. Damit haben wir es uns selbst schwer gemacht“, analysierte Voss-Tecklenburg. Auch Torschützin Bühl sprach später von einem „typischen Arbeitssieg“.

Nächste Gegner sind Frankreich und die USA

Am Ende überwog aber die Freude über die Qualifikation und auch die Bundestrainerin kann nun schon mit den Planungen für die WM im nächsten Sommer beginnen. „Im Oktober spielen wir gegen Frankreich und im November in den USA. Das sind zwei tolle Gegner. Das ist das, was wir brauchen im Hinblick auf die WM“, sagte Voss-Tecklenburg.

Zudem bieten die Duelle mit dem EM-Halbfinalisten in Dresden und dem Weltmeister die Chance, sich wieder einem breiteren Publikum zu präsentieren. Waren es bei der EM-Niederlage gegen England noch knapp 18 Millionen Zuschauende vor den TV-Geräten, wollten den Auftritt in der Türkei am Samstag nur noch 1,56 Millionen Menschen live im ZDF verfolgen. Auch das Stadion in Bursa war nur mit knapp 2000 Fans gefüllt.

Am Dienstag (18.30 Uhr/One) geht es nun im abschließenden Qualifikationsspiel noch gegen Bulgarien, das die Bundestrainerin vor allem dafür nutzen möchte, Spielerinnen Einsatzzeit zu geben, die nicht zur Stammformation gehören. „Wir werden ganz viele Wechsel vornehmen“, kündigte Voss-Tecklenburg an, „aber natürlich wollen wir auch das Spiel gewinnen“.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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