FAQ : Tankrabatt endet – vor September schnell noch mal volltanken?

Ab dem 1. September wird keine Steuersenkung mehr für Sprit gelten. Wie entwickeln sich die Preise? Wo darf man eigentlich Benzin lagern? Das und mehr im FAQ.

FAQ : Tankrabatt endet – vor September schnell noch mal volltanken?

Die Preise für Kraftstoffe an einer Tankstelle in Köln am 25.05.2022.Foto: Oliver Berg/dpa

Die Bürger:innen sollten eine finanzielle Entlastung im Alltag spüren: Dieses Ziel hatte ein Maßnahmenpaket der Ampelkoalition, das für die Monate Juni bis August beschlossen wurde, als Kompensation für die Verteuerungen infolge des Ukraine-Kriegs. Mobilität mit Bus, Bahn und PKW sollte günstiger werden – wobei anfangs nicht in allen Bereichen klar war, ob dieses Ziel wirklich erreicht werden würde.

Beim Neun-Euro-Ticket war das keine Frage, gab der Staat den Preis für die subventionierten, enorm günstigen Monatstickets für den Nah- und Regionalverkehr doch direkt vor. Der sogenannte Tankrabatt aber, eine Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoff, ist eine indirekte Steuerung der Preise. Kurz vor der Einführung war nicht klar, in welchem Maße die Bürger:innen den Tankrabatt an den Zapfsäulen der Republik sehen würden.

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Befürchtet wurde, dass die verbilligte Steuer – für Benzin um rund 35 Cent je Liter und für Diesel um rund 17 Cent – kaum bei den Kund:innen an der Tankstelle ankommen wird. Die Mineralölwirtschaft stand im Verdacht, die Steuersenkung nicht in vollem Umfang weiterzugeben.

Hat der Tankrabatt überhaupt gewirkt?

Über den Sinn des Tankrabattes lässt sich streiten. Zum Beispiel hinsichtlich des Klimaschutzes, für den eine Abkehr von fossilen Energieträgern nötig ist und ihre Vergünstigung ja gerade dazu animiert, weiterhin mit Verbrennern zu fahren. Das Ziel aber, den Kraftstoff in Deutschland zumindest temporär zu vergünstigen, wurde erreicht.

Super E10 kostete am 31. Mai, am letzten Tag vor dem Tankrabatt, durchschnittlich 2,15 Euro je Liter. Am 14. Juni war der Preis auf 1,94 Euro gefallen. Bis zum 9. August fiel er weiter auf 1,70 Euro. Erst Ende des Monats stieg er wieder an, auf 1,73 Euro am 23. August. Der ADAC vermutet, dass der Anstieg mit einer höheren Nachfrage mit Blick auf einen befürchteten Preissprung ab September zusammenhängt. Noch mal billig den Tank füllen, bevor es wieder teurer wird.

Auch für Diesel mussten Autofahrende weniger bezahlen. Von durchschnittlich 2,04 Euro pro Liter ging es am 14. Juni auf 2,03 Euro herab. Am 9. August kostete der Liter Diesel nur noch 1,89 Euro, bevor auch hier die Preise wieder anzogen, auf 1,98 Euro am 23. August.

Im Jahresvergleich blieb der Sprit zwar teuer. Zumindest bei Super E10 wurde im August aber zumindest wieder das Preisniveau von Anfang Februar 2022 erreicht, dem Zeitraum, bevor Russland am 24. Februar die Ukraine überfiel.

Wird der Sprit im September wieder teurer?

Davon ist auszugehen. Seit 2020 steigen die durchschnittlichen Preise für Superbenzin und Diesel steil an. Der Tankrabatt dürfte sich als kleine Delle in der großen Statistik niederschlagen. Die Frage ist aber: Werden die Preise gleich am 1. September wieder ansteigen?

Das weiß niemand genau. Der ADAC hält es zumindest nicht für zwangsläufig, dass die Spritpreise gleich am ersten Tag des Monats wieder sprunghaft steigen. Die Kalkulation: Die Tankstellen würden ihre Reserven noch im August mit niedrigversteuertem Kraftstoff füllen, um im September günstige Preise anbieten zu können oder ihre Margen zu erhöhen.

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Die Nachfrage nach Benzin und Diesel ist gestiegen.Foto: dpa – Bildfunk

Andererseits ist da eben die Ende August gestiegene Nachfrage nach Benzin und Diesel. Sie erhöht jetzt schon die Preise und könnte dafür sorgen, dass viel von dem steuervergünstigten Sprit bereits ab dem 1. September von den Tankstellen in die Tanks der Autos und Motorräder dieser Republik geflossen sein wird.

Zu welcher Uhrzeit tankt es sich am günstigsten?

Grundsätzlich gilt: Die Preise für Sprit variieren von Tankstelle zu Tankstelle. Wer die Preise mit einer App auf dem Smartphone beobachtet, kann sparen. Außerdem variieren die Preise im Tagesverlauf, ganz im finanziellen Interesse der Mineralölkonzerne.

Der ADAC hat sich für den Juli 2022 sämtliche Preisbewegungen an allen 14.000 Tankstellen des Landes angesehen und kommt zu dem Schluss: Morgens um 7:15 Uhr ist es am teuersten. Anschließend geht es mit den Preisen bergab, allerdings leider wellenförmig mit Preisspitzen um 10 Uhr, 13 Uhr, 16 Uhr, 18 Uhr, 20 Uhr und 23 Uhr.

Die Automobilexperten empfehlen das Tanken zwischen 20 und 22 Uhr, da liegen die durchschnittlichen Kraftstoffpreise am niedrigsten. Auch zwischen 18 und 19 Uhr sei es preisgünstig.

Wie viel kann ich in Kanister abfüllen – und wo darf ich sie lagern?

Manch PKW- oder Motorradfahrende mag angesichts des baldigen Endes des Tankrabatts auf die Idee kommen, Vorräte anzulegen. Hier gilt: Pro Kanister sind in Deutschland maximal 60 Liter erlaubt, insgesamt maximal 240 Liter, sofern das jeweilige Behältnis über eine eingeprägte UN- oder Reservekraftstoffkanister-Zulassung (RKK) verfügt – und im Auto gelagert wird.

Die Lagerung ist der Knackpunkt. Sprit ist gefährlich und darum rät der ADAC dazu, nicht mehr als zehn Liter im Auto dabeizuhaben. Der Zweck ist demnach also eine Reserve für den Notfall und nicht eine Reserve für den Fall steigender Spritpreise.

Die Lagerung von Benzin außerhalb des Autos ist rechtlich wiederum stark eingeschränkt. Wirklich in Frage kommt als Ort hier laut der Versicherung ERGO ohnehin nur eine Garage, da die zugelassene Menge pro Wohnung und Keller gering ist. Hier gilt es, die in der Garagenverordnung des jeweiligen Bundeslandes gültige Höchstmenge zu beachten.

In den meisten Bundesländern dürfen brennbare Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen nicht aufbewahrt werden, in Kleingaragen bis 100 Quadratmetern aber bis zu 200 Liter Diesel und bis zu 20 Liter Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern. In Berlin gilt dagegen: In Garagen dürfen brennbare Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen nicht aufbewahrt werden.

Tanken in Polen: Was zu beachten ist

Wer im Grenzgebiet zu Polen wohnt, für den kann sich der Weg zur einer Tankstelle im Nachbarland, die dort Stacja paliw heißt, lohnen. Polen gehört nach wie vor zu den europäischen Ländern, wo der Sprit am günstigsten ist. Am 22. August kostete Super-Benzin in Polen 1,37 Euro pro Liter und Diesel kostete 1,51 Euro, verglichen mit 1,73 und 1,99 Euro in Deutschland.

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Foto: Screenshot Google Maps

Zahlreiche Tankstellen befinden sich direkt hinter der Grenze, etwa direkt hinter den Grenzübergängen Hohenwutzen und Frankfurt (Oder). Polnische Tankstellen haben Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr geöffnet, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 7 bis 17 Uhr. Entlang der Hauptreiserouten und in großen Städten sind sie laut ADAC häufig rund um die Uhr offen.

Gezahlt werden kann bar oder per Karte, in der polnischen Landeswährung Złoty und an manchen Tankstellen auch in Euro. Super Plus heißt in Polen 98E und Super E5 heißt 95E. Diesel findet man als ON.

20 Liter Benzin oder Diesel dürfen im Reservekanister von Polen mit nach Deutschland genommen werden, wobei der ADAC aus Sicherheitsgründen empfiehlt, sich auf zehn Liter zu beschränken.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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