Feldheim pfeift auf hohe Gas- und StrompreiseEnergie-Krise? Nicht bei uns!

Feldheim pfeift auf hohe Gas- und StrompreiseEnergie-Krise? Nicht bei uns!

Mais, Gülle, Solar- und Windanlagen machen Feldheim unabhängig von Kohle, Öl und Gas. Und das zu niedrigen Preisen

Foto: Paul Langrock/Zenit/laif Teilen Twittern SendenVon: Michael Sauerbier 19.07.2022 – 17:49 Uhr

Feldheim – Ganz Deutschland ächzt unter steigenden Strom-, Gas- und Wärmepreisen, fürchtet den Gas-Lieferstopp. Die 130 Einwohner von Feldheim nicht. Ihr Dorf versorgt sich selbst mit Energie – seit zwölf Jahren!

Die Sonne scheint, der Wind bläst leicht, auf den Feldern wächst der Mais. Mehr brauchen die Feldheimer nicht für Warmwasser, Heizung und Strom. Zu jeder Tages- und Jahreszeit. Seit 2010 produzieren sie Strom und Wärme selbst, als erstes deutsches Dorf.

Feldheim pfeift auf hohe Gas- und StrompreiseEnergie-Krise? Nicht bei uns!

Joachim Schmidt (66) radelt durch Feldheim. 55 Windräder umgeben das Dorf, produzieren 280 Megawatt Strom. Nur 2 Megawatt brauchen die Einwohner und Firmen. Der Rest geht ins Netz

Foto: Thomas Spikermann

Feldheim pfeift auf hohe Gas- und StrompreiseEnergie-Krise? Nicht bei uns!

Das Holzschnitzel-Kraftwerk liefert im Winter zusätzlich Wärme. Zwei Isoliertürme speichern heißes Wasser für kalte Tage

Foto: Paul Langrock/laif

„Ich habe seit 2010 nicht mehr auf die Strom- und Gaspreise geschaut“, lacht Joachim Schmidt (66), und lehnt sich entspannt zurück. Ganze 12 Cent zahlt er für die Kilowattstunde Strom – knapp ein Drittel vom Durchschnittspreis. Gekostet hat ihn das damals 3 000 Euro für die Beteiligung an der Feldheim Energie GmbH & Co KG. Schmidt: „Das zahlt sich jetzt aus.“

Die Idee hatte Michael Raschemann (52). Als Student hat er in den neunziger Jahren das erste Windrad in Feldheim aufgestellt. Dann begann er, die Gemeinde an den Einnahmen zu beteiligen. Schmidt: „Mit dem Geld haben wir Straßen, Laternen und Fußwege gebaut.“ Schnell wurden die Windräder mehr.

Feldheim pfeift auf hohe Gas- und StrompreiseEnergie-Krise? Nicht bei uns!

Agrargenossenschaft-Chef Sebastian Herbst (41) betreibt mit Gülle und Mais eine Biogasanlage. Daran hängt Feldheims Nahwärmenetz

Foto: Thomas Spikermann

Feldheim pfeift auf hohe Gas- und StrompreiseEnergie-Krise? Nicht bei uns!

Joachim Schmidt zeigt lachend seinen Stromzähler: „Wir zahlen nur 12 Cent pro Megawattstunde“

Foto: Thomas Spikermann

„Bis zur Eingemeindung nach Treuenbrietzen brachte uns der Windpark jährlich 200 000 Euro Gewerbesteuer-Einnahmen“, sagt Schmidt.

► 2009 kam die Fernwärme dazu. Dafür baute die Agrar-Genossenschaft eine Biogasanlage. Chef Sebastian Herbst (41): „Das Gas entsteht aus der Gülle unserer Schweine und dem Mais vom Feld. Eine Gasturbine macht daraus Strom und Wärme.“ Ein Megawatt für 7,5 Cent.

Eine Quelle: www.bild.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.