„Gut aufgestellt“ in der Innenverteidigung : Für den 1. FC Union ist Mainz 05 eine Pflichtaufgabe

Bei Union bereitet man sich immer mehr auf die anstehende Europa-League vor. Zunächst wartet im Ligaalltag mit Mainz 05 ein nicht zu unterschätzender Gegner.

„Gut aufgestellt“ in der Innenverteidigung : Für den 1. FC Union ist Mainz 05 eine Pflichtaufgabe

Union-Neuzugang Diogo Leite (r.) überzeugte beim Derbysieg gegen Hertha BSC auf ganzer Linie.Foto: AFP/Odd Andersen

In Köpenick herrscht immer noch die Ruhe vor dem Sturm. Zwei Wochen nach Saisonbeginn glänzt weiter ein blauer Himmel über den grünen Bäumen um das Stadion an der Alten Försterei. Der Herbst, in dem der 1. FC Union fast wöchentlich im Drei-Tage-Rhythmus spielen muss, ist noch ziemlich fern. „Wir versuchen die Trainingszeiten im August bestmöglich zu nutzen, damit die Jungs sich irgendwann blind verstehen auf dem Feld“, sagte Trainer Urs Fischer am Freitag. Nach dem August wird es dafür schließlich wenig Zeit geben.

Doch der Sommer rollt unaufhaltsam voran, und man könnte fast sagen, dass die Saison an diesem Sonntag mit dem Auswärtsspiel in Mainz (15:30 Uhr, Sky) jetzt endlich so richtig beginnt. Nach dem wenig überzeugenden Pokalauftritt in Chemnitz und dem euphorischen Derby-Heimsieg gegen Hertha kommt für Union nun die erste Pflichtaufgabe in der Liga.

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In den Tagen davor haben die Köpenicker ihren Vorbereitungen auf die kommenden Herausforderungen den letzten Schliff gegeben. In der Alten Försterei wurden kleine Baumaßnahmen vorgenommen, um das Stadion Europa-League-tauglich zu machen, und auch in der Kaderplanung bewegten sich die letzten Schachfiguren. Am Donnerstag verkündete der Klub die Leihe von Dominique Heintz nach Bochum, am Freitag den Wechsel von Andreas Voglsammer zum englischen Zweitligisten FC Millwall.

So ganz überraschend kamen die Abschiede nicht. Schon vergangene Woche hatte Fischer zugegeben, dass der Kader vielleicht noch etwas groß sei, und am Freitag wurde er beinahe philosophisch, als er über den Abgang der zwei Spieler sprach. Das hätten die selbst entschieden und Reisende sollte man nicht aufhalten.

Es bleibt jedoch abzuwarten, wie schwer diese Verluste noch wiegen werden. Zwar galten weder Heintz noch Voglsammer als unverzichtbarer Teil der Mannschaft, doch beide hatten ihren Anteil an Unions jüngsten Erfolgen. Gerade Voglsammer sei ein Spieler, der „immer bereit war, ans Limit zu gehen, und für uns entscheidende Tore gemacht hat“, sagte Fischer. Damit meinte er nicht nur den spektakulären Treffer gegen Hertha im Pokal am Anfang des Jahres.

Urs Fischer zeigte sich angetan von Neuzugang Diogo Leite

Noch überraschender erscheint der Abgang von Heintz, denn er brachte eine wertvolle Portion Bundesliga-Erfahrung in eine Innenverteidigung, die noch nicht eingespielt ist. Der in der vergangenen Saison gesetzte Timo Baumgartl dürfte nach seiner Hodenkrebs-Diagnose im Frühling noch etwas länger fehlen, obwohl er diese Woche erstmals am Aufwärmprogramm der Mannschaft teilnehmen konnte.

Trotzdem sieht Fischer seine Mannschaft immer noch „gut aufgestellt“ in der Innenverteidigung. Mit dem erfahrenen Robin Knoche und den Neuzugängen Danilho Doekhi und Diogo Leite hat er schließlich immer noch reichlich Optionen. Nach Heintz’ Abgang müssen sich die Neuen nur etwas schneller in die Mannschaft integrieren.

Besonders Leite scheint das bisher gut zu gelingen. Im Derby gegen Hertha stand er vor Heintz in der Startelf, was möglicherweise zu dessen Wechselwunsch beigetragen hat, und danach schwärmte der Trainer von dem jungen portugiesischen Verteidiger. „Wir finden, dass er es bisher sehr gut gemacht hat, und seine Chance verdient hat“, sagte Fischer.

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Doch die emotionalisierte Kulisse eines Derbys am ersten Spieltag ist kaum ein ausreichender Lackmustest für den Liga-Alltag. Wie die ganze Mannschaft muss Leite noch zeigen, dass er konstant Leistung abliefern kann. Da kommt die Reise nach Mainz gut gelegen.

Denn wie Fischer am Freitag befürchtete, dürfte die Partie kein Fußballfest sein. „Bei Mainz sehe ich viele Ähnlichkeiten zu unserem Spiel“, sagte er. „Das wird ein Spiel, wo es wirklich um Intensität und um Zweikämpfe geht. Da musst Du gut organisiert sein. Das wird wirklich ein ganz enges Spiel.“

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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