Helle Lampen angeblich FolterBerliner Knackis bekommen sanftes Licht für 800 000 Euro

Helle Lampen angeblich FolterBerliner Knackis bekommen sanftes Licht für 800 000 Euro

Zu helles Licht ist Folter, deshalb bekommen die Zellen überall in Berlin jetzt ein dimmbares Schlummerlicht (Symbolfoto)

Foto: Imago Teilen Twittern SendenVon: Axel Lier 22.04.2022 – 10:03 Uhr

Schlaf, Knacki, schlaf …

Berlins bekannteste Gefangenen-Sammelstelle am Tempelhofer Damm bekommt jetzt in allen Zellen Dimmlichter eingebaut – für mehr als 800 000 Euro! Damit Betrunkene und andere vorübergehend Festgenommene sich nachts nicht durch grelles Licht gestört fühlen und trotzdem den Notruf finden können.

Die Bauarbeiten sollen aber erst nach möglichen Ausschreitungen und zahlreichen Festnahmen rund um den 1. Mai beginnen und voraussichtlich bis Mitte November andauern.

Denn der Aufwand ist enorm: Decken müssen aufgerissen, die dimmbare Beleuchtung eingebaut und alles wieder verschlossen werden. Die Polizeiführung rechnet durch den Umbau auf zwei Etagen mit „nicht unerheblichen Einschränkungen“ sowie einer „nicht unerheblichen Verringerung der nutzbaren Zellenräume“, wie es in einer internen Unterlage heißt.

Helle Lampen angeblich FolterBerliner Knackis bekommen sanftes Licht für 800 000 Euro

Ex-Innensenator Andreas Geisel (SPD) bekam aufrüttelnde Post von einer Anti-Folter-Initiative

Foto: Annette Riedl/dpa

Warum wird überhaupt auf sanftes Licht für harte Kurzzeit-Knackis umgestellt?

► Im Mai 2017 bekam der Polizei-Gewahrsam Südwest (Gallwitzallee) unangekündigten Blitzbesuch der „Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter“. Die unabhängige Kommission stellte fest: Die Lüftung ist zu laut und das Licht zu hell!

In einem Schreiben der Anti-Folter-Stelle an Ex-Innensenator Andreas Geisel (SPD) hieß es: „Gewahrsamsräume sind mit einer dimmbaren Beleuchtung auszustatten, damit auch nachts beispielsweise der Notruf ohne Schwierigkeiten gefunden werden kann, ohne dass die Lichtquelle die betroffene Person am Schlafen hindert.“

Eine Quelle: www.bild.de

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