Hier lernen Berliner Polizeischüler die Kunst der Spurensuche

Hier lernen Berliner Polizeischüler die Kunst der Spurensuche

Hauptkommissarin Simone Schlief (47) betreut die Tatortstraße Foto: Michael Hübner

In der ARD ist am Sonntagabend „Tatort“ – in der Spandauer Radelandstraße jeden Tag. Dort ist auf dem Areal der Polizeiakademie die „Tatortstraße“ – eine in Deutschland einzigartige Einrichtung.

Mit viel Liebe zum Detail wurden im Fachbereich I3 zu Lehrzwecken sechs typische Tatorte nachgebaut: Neben einer Wohnung findet man: Laube, Keller, Baucontainer, Späti und eine Kneipe.

Hauptkommissarin Simone Schlief (47) leitet und betreut mit ihrem 13-köpfigen Team die Einrichtung. Jedes Jahr durchlaufen über 1200 Polizeischüler die sechs typischen Tatorte.

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Über eine halbe Million Euro hat die Behörde 2006 für die Einrichtung der Tatortstraße investiert (Foto: Michael Hübner)

Schlief: „Wir können den jungen Kollegen hier direkt vor Augen führen, was bei ihrer täglichen Arbeit an einem Tatort wichtig ist.“

Polizeischüler kommen in kleinen Gruppen zu einem nachgestellten Fall. Sie müssen Spuren auffinden und sichern, den Tathergang rekonstruieren und anschließend für den Bericht genau beschreiben.

Von Fall zu Fall werden mit Requisiten unterschiedliche Szenarien aufgebaut. Beim Laubeneinbruch werden beispielsweise Scherben verteilt, mal mit, mal ohne Blut.

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Im Dachgeschoss untergebracht sind typische Tatörtlichkeiten, von der Gartenlaube bis zur komplett eingerichteten Zweizimmerwohnung (Foto: Michael Hübner)

Woher stammt die Einrichtung? Simone Schlief verrät es: „Viele Dinge haben Kollegen beigesteuert, um alles so getreu wie möglich aussehen zu lassen.“

Der Reporter durfte sich bei der Spurensuche an Türen versuchen. Eine größere Delle an der Wohnung entpuppte sich als sicheres Zeichen dafür, dass zum Einbruch eine Kuhfuß-Brechstange benutzt wurde.

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Der B.Z.-Reporter durfte sich als Ermittler versuchen (Foto: Michael Hübner)

Daneben an einer Altbautür reichte dagegen ein Schraubenzieher, um einen Riegel zu lösen und so ganz leicht die Flügeltür zu öffnen. Mit einem Zephyrpinsel gelang es dem Reporter sogar, Fingerabdrücke zu sichern.

Es ist tatsächlich so, wie Hauptsachbearbeiter Martin Bundermann (53) betont: „Wer hier bei uns zu einem Seminar war, der hat anschließend Bilder im Kopf, die besser haften als jeder Lehrfilm.“

Und ein wenig Humor ist bei der Tatortstraße auch im Spiel: die Tatort-Kneipe heißt „Café Schimanski“ und im Winter gab es sogar einen echten Einbruch: Ein Waschbär hatte es sich nachts im Späti gemütlich gemacht und Requisiten-Nudeln gefuttert.

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Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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