Kirchengemeinde kämpft für Verbleib in Berlin120 Ukrainer müssen Hostel verlassen

Kirchengemeinde kämpft für Verbleib in Berlin120 Ukrainer müssen Hostel verlassen

In dem Hostel an der Storkower Straße leben 301 Kriegs-Flüchtlinge, 120 gehören zu den Partner-Kirchen-gemeinden. Der Pachtvertrag mit dem Land läuft aus

Foto: Jörg Bergmann Teilen Twittern SendenVon: Jörg Bergmann und Johannes Malinowski 28.03.2022 – 19:40 Uhr

Berlin – Sie flüchteten vor Putins Bomben in ihre Partner-Kirchengemeinde. Doch ob die 120 Menschen dauerhaft in Berlin bleiben dürfen, ist unklar.​

Die Kriegs-Flüchtlinge kommen unter anderem aus Kiew, Saporischschja und Dnipropetrowsk und lebten zunächst in der Kirche International Gospel Center in Lichtenberg, später in einem Hostel an der Storkower Straße.​ Das mussten sie am Montagmorgen verlassen.

Grund: Auslaufende Verträge mit dem Land.

Kirchengemeinde kämpft für Verbleib in Berlin120 Ukrainer müssen Hostel verlassen

Aljona Kryvennok (36) mit Artom (2), Igor (5) und Karina (11) aus Kiew: „Mein Mann kämpft. Unser Haus steht noch, aber das Einkaufszentum nebenan wurde völlig zerstört. Jeden Morgen telefoniere ich mit meinem Mann“

Foto: Jörg Bergmann

Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) wollte die Ukrainer ins Ankunftszentrum Tegel zur Registrierung und Umverteilung auf andere Länder bringen.​ „Wir haben von Anfang an klar kommuniziert, dass die Menschen bei uns bleiben sollen“, sagt Dr. Moritz Mayer (32) von der Kirchengemeinde.

Die Partnerschaft besteht seit 15 Jahren. „Sie haben eine starke soziale Bindung zu uns und der Stadt“, so Mayer. „Es wäre nicht angemessen, sie in eine andere Stadt zu verlegen.“​

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Galina Triefielova (36) ist mit ihrer Tochter Karolina (12) und Hund Richi (3) aus Dnepr nach Berlin geflüchtet. Nicht im Foto: Sohn Emile (8)

Foto: Jörg Bergmann

Anstelle des Busses nach Tegel nahmen die Ukrainer die Straßenbahn zur Allee der Kosmonauten, wo sie zunächst in Räumen der Kirchengemeinde untergebracht werden.​

Der CDU-Abgeordnete Danny Freymark (38) wirft dem Senat vor, herzlos zu handeln. „Tegel heißt, dass niemand weiß, wohin er umverteilt wird“, sagt er. „Jeden Tag kommen neue Geflüchtete. Wieso dürfen nicht die bleiben, die schon da sind?“​

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Dr. Moritz Mayer (r.) vom International Gospel Center in Lichtenberg mit CDU-Politiker Danny Freymark. Sie kämpfen dafür, dass die Menschen in Berlin bleiben dürfen​

Foto: Jörg Bergmann

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Tanja (34) kam mit ihren Kindern Lena (13) und Ester (6) aus der 760000-Einwohner-Stadt Saporischschja im Südosten der Ukraine nach Berlin​

Foto: Jörg Bergmann

LAF-Sprecher Sascha Langenbach sagt aber: „Durch die Registrierung in Tegel bekommen die Menschen unmittelbar einen Aufenthaltstitel, eine Krankenversicherung und die Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen.“

Für viele Menschen sei Berlin als westliche Metropole attraktiv. „Doch nicht für jeden Ukrainer werden sich diese Träume und Hoffnungen erfüllen“, betont Langenbach.​

Eine Quelle: www.bild.de

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