Kulinarisches Festival im Herbst : Eat!Berlin holt Kräuterakrobaten und Weinköniginnen in die Hauptstadt

Vom 27. Oktober bis 6. November lädt „Eat!Berlin“ zu kulinarischen Erkundungstouren ein. Das Programm ist jetzt online buchbar.

Kulinarisches Festival im Herbst : Eat!Berlin holt Kräuterakrobaten und Weinköniginnen in die Hauptstadt

Bei der „Eat!Berlin“ werden auch Köche erwartet, deren Schwerpunkt auf der Zubereitung von Fleischgerichten liegt.Foto: imago/Westend61

An Flexibilität ist Bernhard Moser nur schwer zu übertreffen – selbst, wenn es um eine so sperrige elftägige Veranstaltungsreihe wie seine „eat!Berlin“ geht. Die sollte in diesem Jahr eigentlich, coronabefreit, im Juni stattfinden.

Doch dann kam der Ukraine-Krieg, der Festivalchef schaltete mit seinen Leuten spontan aufs Flüchtlingeverpflegen um. Und nun sind es eben die Herbstferien geworden, vom 27. Oktober bis 6. November. „Mal sehen, ob die Gäste dann überhaupt in der Stadt sind“, sagt Moser, hat aber gleich einen Ausweg: „Dann müssen eben mehr Auswärtige kommen.“

Das sollte klappen, denn das Festival, inzwischen zehn Jahre alt, hat sich etabliert unter Besseressern im ganzen Land, und auch unter den Köchen weiß man Bescheid, sogar über die Grenzen hinweg.

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In diesem Jahr speziell über die österreichische, denn durch eine Kooperation mit der Österreich-Werbung gibt es ein rares Schmankerl: Aus jedem Bundesland wird ein Küchenchef zum Vorkochen erwartet, es kommen beispielsweise Vitus Winkler, der Kräuterakrobat aus St. Veit im Pongau, Ober-Regionalo Hannes Müller von der „Forelle“ in Weißensee oder Fabian Günzel, eigentlich Erfurter, der mit dem „Aend“ in Wien einen Blitzstart hingelegt hat.

Aber auch dem Berliner Zeitgeist wird Raum geboten, gipfelnd bei „Queen of Thrones“ in der Wahl der „Berliner Weinkönigin“. Keine Sorge: Damit macht sich das Festival ein wenig über die traditionelle deutsche Winzertöchter-Wahl lustig, denn der Titel ist Drag-Queens unter der Leitung von Sheila Wolf vorbehalten.

Die Bloggerin Xenia Glassen hat die Aufgabe übernommen, Unkundige in die Szene aufstrebender junger Gastronomen einzuführen, und zur Küche von Arne Anker im „Brikz“ gibt es Poetry Slam mit Marvin Weinstein.

Abseits gewohnter Restaurantpfade

Ein weiterer Schwerpunkt ließe sich mit dem Satz „Wenn schon Fleisch, dann richtig“ beschreiben, denn es kommt Dario Cecchini, Metzger und uneingeschränkter Fachmann fürs Bistecca Fiorentina, das Fleisch der weißen italienischen Chianina-Rinder. Aus Tel Aviv kommt Adar Lotan von der Weinbar „Jus“, aus dem französischen Baskenland reist Ducasse-Schüler Vivien Durand an.

Traditionell gehört es zum Prinzip des Festivals, eben nicht die üblichen Restaurants oder Hotels anzusteuern, sondern andere Örtlichkeiten auf ihre gastronomische Belastbarkeit zu testen, diesmal zum Beispiel die Astor Filmlounge, das Schloss Friedrichsfelde oder die Pan-AmLounge im Europacenter, die als Rahmen eines Flanierevents im Stil der 60er und 70er dient, den Lufthansa-Cocktail vermutlich eingeschlossen.

Drei Köche, sieben Sterne zur Eröffnung im Meistersaal

Die Eröffnung im Meistersaal in Kreuzberg variiert das alte Journalisten-Motto „Mit einem Erdbeben anfangen, dann langsam steigern“. Drei Köche, die es in ihrer aktiven Zeit auf sieben Michelin-Sterne brachten, machen das Essen, nämlich Thomas Bühner aus Osnabrück, Ex-Adlon-Mann Hendrik Otto und der Schweizer Reto Lampart.

Zum Abschluss am 6. November geht es nicht ganz so hochsternig, aber ebenso interessant zu, wenn Tom Wickboldt, Platzhirsch in Usedom, auf Steven Zeidler, frisch besternt im Berliner „Bricole“, Andreas Staack aus Bad Saarow und Dennis Melzer aus Köln trifft, der aus dem Charlottenburger Berliner „Cumberland“ ein Super-Restaurant machen wollte, aber plötzlich nicht mehr durfte.
Und der Tagesspiegel? Ist wieder mit im Boot als Medienpartner und Mitveranstalter, zum Beispiel beim Checkpoint-Abend in der „Bar Jeder Vernunft“ am 3. November, bekocht von Alexander Koppe und Christopher Kümper; ein Auftritt der von Legenden umwobenen Checkpoint-Band ist nicht völlig auszuschließen.

Zehn Gänge mit Schapsbegleitung

Und am 5. November steht wieder das bewährte Tagesspiegel-BlindDate auf dem Programm, über das nur zu sagen ist, dass es vorab nichts zu sagen gibt – die Gäste bedauern ihr Kommen in aller Regel aber nicht.

Weitere Veranstaltungen tragen vieldeutige Titel wie „Brenner, Brauer, Brandenburg“, „Oh Captain mein Captain“ oder „Hick-Off-Sektfestival“, andere ganz klare wie „10 Jahre The Grand“. Die Preise beginnen bei 98 Euro für „Markus Herbichts vollen Mittagstisch“ und enden bei 330 Euro bei „Alexanders und Billys Schnapsidee“, zehn Gänge aus dem „Nobelhart & Schmutzig“ mit Schnapsbegleitung, Abreise per Taxi nicht eingeschlossen.

Bislang rund 50 Veranstaltungen stehen auf dem Programm, gut zehn sollen noch hinzukommen. Es lohnt sich also, nicht nur sofort, sondern auch immer mal wieder auf die Webseite zu gucken.

Alle Termine buchbar ab Dienstag, 5. Juli, 12 Uhr, unter eat-berlin.de

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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