Nach überstandener Verletzung : Marcus Eriksson könnte den Unterschied ausmachen bei Alba Berlin

Albas Marcus Eriksson ist wieder fit. Ob er noch zum Einsatz kommt, ist die große Frage der Finalserie.

Nach überstandener Verletzung : Marcus Eriksson könnte den Unterschied ausmachen bei Alba Berlin

Marcus Eriksson kann den Unterschied ausmachen bei Alba Berlin – wenn er fit ist.Foto: Tilo Wiedensohler/imago images

Es ist 145 Tage her, dass Marcus Eriksson in einem Basketballspiel auf dem Parkett stand, doch verlernt hat der Schwede nichts. In der Trainingshalle bewegt er sich seit Wochen immer flüssiger und scheinbar mühelos wirft er die Bälle aus der Distanz in den Korb. Treffer, Treffer, Treffer, so geht das eine gefühlte Ewigkeit.

Am vergangenen Freitag waren seine Kollegen ähnlich erfolgreich von der Dreierlinie. Die Berliner versenkten 15 von 31 Versuchen – ein herausragender Wert, umso mehr in einem Finale gegen den FC Bayern München. Eriksson schaute sich das Spektakel im Trainingsanzug von hinter der Bande an, so wie immer in den vergangenen fast fünf Monaten.

Dennoch war es ein großer Schritt auf dem schwierigen Weg zurück. Denn seine ebenso schmerzhafte wie hartnäckige Plantarsehnenentzündung hat er endlich überwunden und pünktlich zur Finalserie ist er erstmals wieder einsatzfähig.

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Seit zwei Wochen trainiert der 28 Jahre alte Flügelspieler wieder voll mit der Mannschaft und Israel Gonzalez verkündete schon vor dem ersten Endspiel: „Er ist wieder eine Option mehr für uns.“ Eine Option, auf die Albas Trainer beim 86:73-Auftaktsieg allerdings noch verzichtete.

Die Ausländerregel erschwert die Entscheidung

Es ist fast schon paradox, dass die Berliner in dieser Saison bisher so erfolgreich gespielt und mittlerweile 18 Mal in Folge gewonnen haben, obwohl ihnen in Eriksson einer der besten Werfer des Kontinents fehlt. Noch unwirklicher erscheint der Fakt, dass sie während dieser Siegesserie im Viertelfinale gegen Bamberg ganz nebenbei auch noch einen neuen Dreierrekord aufgestellt haben.

Eriksson ist kein Mann großer Worte und weiß um die Schwierigkeit seiner Situation. „Mein Rhythmus im Training ist okay“, sagt er. „Aber ich weiß, dass es nicht realistisch ist, bei 100 Prozent zu sein. Und wenn ich spiele, muss ein anderer zuschauen.“ Das sei keine einfache Entscheidung für den Trainer.

Zumal die Ausländerregel die Sache noch mal schwieriger macht für den Schweden. Im Zwölf-Mann-Kader dürfen maximal sechs Spieler ohne deutsche Staatsangehörigkeit stehen. Mit Luke Sikma, Jaleen Smith, Tamir Blatt, Yovel Zoosman, Ben Lammers und Christ Koumadje sind diese Plätze besetzt.

Es ist die große Personalfrage dieser Finalserie, ob Albas Trainer Eriksson im zweiten Spiel an diesem Dienstag in München (19 Uhr, Magentasport) oder in den weiteren Partien der „Best-of-Five“-Serie um die Meisterschaft noch einsetzt. Sikma, Smith, Blatt und Zoosman sind gesetzt, solange sie gesund sind.

Bleiben als Streichkandidaten nur die zwei Center. Koumadje zeigte beim Sieg im ersten Spiel jedoch, wie sehr er den Bayern mit seiner Physis unter dem Korb wehtun kann. Lammers kam zwar nur acht Minuten zum Einsatz und zeigte eine unauffällige Leistung, ist mit seinen defensiven Qualitäten und dem sicheren Mitteldistanzwurf aber eigentlich auch ein Fixpunkt im Berliner System.

Eriksson kann Spiele drehen

Eriksson kann ein Spiel mit seinem außergewöhnlichen Wurf innerhalb von Minuten verändern und dem Team in der Offensive noch eine weitere Option geben. Im Optimalfall kann er eine Geheimwaffe sein in dieser Serie. Doch ist ein Finale gegen die Bayern mit höchster Intensität nicht gerade der ideale Zeitpunkt für ein Comeback.

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Eriksson selbst weiß auch nicht so richtig, wo er nach fünf Monaten Pause steht. „Im Training haben wir nie die Intensität wie im Spiel, und es ist schwer zu sagen, wie bereit ich bin“, sagt er. Als Leistungssportler hofft er natürlich weiter darauf, das Team auf dem Weg zur dritten Meisterschaft in Folge auf dem Parkett unterstützen zu können.

Schon vor zwei Monaten, als ein Comeback noch weit entfernt war, sagte er, man müsse immer Hoffnung haben. Doch letztlich ist Eriksson Realist und vor allem Teamspieler: „Mal sehen, ob ich mehr auf oder neben dem Platz helfen kann. Aber Hauptsache ich helfe.“

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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