Patienschützer alarmieren : Heimbewohner sind Hitze oft „schutzlos ausgesetzt“

Patientenschützer kritisieren den mangelnden Hitzeschutz in Pflegeheimen. Es fehle an einer allgemeingültigen Vorschrift zur Temperaturbegrenzung.

Patienschützer alarmieren : Heimbewohner sind Hitze oft „schutzlos ausgesetzt“

Eine Pflegerin hält einem Altenheim die Hand einer Bewohnerin. (Symbolbild)Foto: Oliver Berg/dpa

Viele alte Menschen in Heimen sind hohen Temperaturen wie an diesem Hitze-Wochenende nach Angaben von Patientenschützern „weitestgehend schutzlos ausgesetzt“.

Im öffentlichen Dienst solle ab 26 Grad die Kühlung der Büros beginnen, für die Hilfsbedürftigen in den Heimen fehle eine solche dringend erforderliche Vorschrift aber weiterhin, kritisierte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, am Sonntag. „Die Politik ist gefordert, das Hitze-Leiden der 810.000 Pflegebedürftigen in den Heimen zu beenden.“

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An diesem Wochenende herrschen in weiten Teilen Deutschlands Temperaturen von bis zu 37 Grad. Für Sonntag wurden einigen Teilen Ostdeutschlands sogar bis zu 38 Grad erwartet. Ältere oder andere Menschen mit einem tendenziell instabilen Kreislauf gelten bei solcher Hitze als besonders gefährdet.

„Klimawandel macht vor der Altenpflege nicht halt“

Es fehle an einer allgemeingültigen ministerielle Vorschrift zur Temperaturbegrenzung in Heimen, bemängelte Brysch. „Der Klimawandel macht vor der Altenpflege nicht halt.“

An diesem Wochenende redeten gerade alle über die erste Hitzewelle des Jahres, fügte er an. Das Problem sei allerdings schon längst allgemein bekannt. „Wieder ist ein Jahr vergangen und die Öffentlichkeit merkt kaum, dass alte Menschen in den Heimen weitestgehend schutzlos den hohen Temperaturen ausgesetzt sind.“

Bundesklimaminister Robert Habeck (Grüne) und die Länder sollten für eine sofortige Anpassung der Bauvorschriften für Pflegeheime sorgen. Für Neubauten müsse dies sofort gelten, sagte er. Bei Altbauten müsse spätestens in drei Jahren Schluss mit überhitzten Räumen sein. (dpa, AFP)

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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