Polizisten wurden an maroden Schießständen krank – keine Entschädigung

Polizisten wurden an maroden Schießständen krank – keine Entschädigung

Das SEK muss sehr oft zum Schießtraining (Archivfoto) Foto: Christian Lohse / BILD _von_BILD

Sie haben jahrzehntelang in maroden Schießhallen trainiert und dabei täglich giftige Dämpfe eingeatmet.

Viele Polizisten – so genannte Vielschießer des SEK, Trainer und Personenschützer – wurden schwer krank, mehrere starben. Die Polizeiführung deckelte das Problem.

Vor sieben Jahren erfuhr die Öffentlichkeit erstmals von dem Skandal. Noch immer aber müssen die etwa 1800 Betroffenen für ihre Entschädigung kämpfen.

Auch im aktuellen Doppelhaushalt, der heute in der 1. Lesung besprochen wird, steht hinter „Entschädigungsleistungen Schießstätten“ eine dicke Null!

„Dass der Senat hier eine Null einstellt, lässt befürchten, dass er noch keine Ahnung hat, wie er die erkrankten Vielschießer entschädigt“, sagt Benedikt Lux (40, Grüne), der sich seit Jahren für die Betroffenen einsetzt.

Polizisten wurden an maroden Schießständen krank – keine Entschädigung

Grünen-Innenexperte Benedikt Lux setzt sich für Betroffene ein (Foto: Buendnis90/Die Gruenen)

Es könnte ein größerer Betrag dafür zur Verfügung stehen, wenn es den politischen Willen gebe. Lux: „Dazu brauchen wir heute aber ein deutliches Signal.“

Auch die Idee, eine Stiftung einzurichten, in die ebenfalls Bürger einzahlen könnten, sei noch nicht vom Tisch „Berlin steht noch in der Schuld vieler Einsatzkräfte und muss sie endlich vollständig begleichen“, so Lux weiter. Karsten Loest ist einer der Sprecher der Schießstand-Opfer, die sich im „Biss e.V.“ organisiert haben. „Die Null im Haushalt ist ein weiterer Schlag ins Gesicht“, sagt er zur B.Z.

Bisherige Zahlungen aus einem Entschädigungsfonds des Senats seien ungerecht, zeigten „erhebliche Mängel“ und wären gerichtlich anfechtbar.

Jetzt kein weiteres Geld zur Verfügung zu stellen, sei „schon fast grob fahrlässig“, so der ehemalige SEK-Mann.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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