Putins Militärattaché missbraucht Gedenkstätte in Seelow für Kriegs-Propaganda

Putins Militärattaché missbraucht Gedenkstätte in Seelow für Kriegs-Propaganda

Russlands Militärattaché Sergej Tschukhrov rechtfertigte in Seelow den Ukraine-Überfall Foto: Feist

Für seine Kriegs-Propaganda ist Russland kein Ort heilig. Putins Militärattaché missbrauchte die Gedenkstätte für die Schlacht um die Seelower Höhen zur Rechtfertigung des Ukraine-Kriegs. Auch der Anmelder des Berliner Russen-Autokorsos war dabei.

Rund hunderttausend Sowjet- und Wehrmachtssoldaten hatten bei der grausamen Oderschlacht 1945 ihr Leben gelassen. Bisher gab es am Jahrestag ein gemeinsames, stilles Gedenken. Aber diesmal nicht.

In blauer Generals-Uniform erschien Russlands Militärattaché Sergej Tschukhrov Samstagmittag am Denkmal. Im Schlepptau: Militärs der Verbündeten Belarus und Armenien, DDR-Armeeveteranen – und Mitglieder von Putins Rockertruppe „Nachtwölfe“.

Putins Militärattaché missbraucht Gedenkstätte in Seelow für Kriegs-Propaganda

Mitglieder der kremltreuen Rockergang „Nachtwölfe“ kamen zur Kranzablage (Foto: Feist)

Aus Furcht vor der kremltreuen Motorrad-Gang hatte 20 ukrainische Flüchtlingsfrauen eine Friedensaktion in Seelow abgesagt. Sie wollten Panzer und Kanonen mit Blumen schmücken. Stattdessen legten Exil-Belarussen am Morgen Kränze für die gefallenen Soldaten aus der Ukraine, Polen und Weißrussland ab.

Putins Militärattaché missbraucht Gedenkstätte in Seelow für Kriegs-Propaganda

Peter und Alina Erler legten einen Kranz für die Ukraine-Soldaten ab (Foto: Feist)

Ungerührt erklärte General Tschukhrov der Presse: „Nach 1945 haben wir gedacht, der Faschismus sei besiegt. Heute müssen wir feststellen, dass es wieder einen neu aufkommenden Faschismus gibt, sodass dieser Krieg noch nicht zu Ende ist.“

Genau so rechtfertigte Kreml-Chef Putin den Ukraine-Überfall. Russlands erwiesene Kriegsverbrechen in Butscha und Kramatorsk stritt Tschukhrov ab: „So was machen russische Soldaten nicht. Dafür gibt es Beweise.“ Welche, sagte er nicht.

Putins Militärattaché missbraucht Gedenkstätte in Seelow für Kriegs-Propaganda

Kränze für gefallene Russen, Belarussen, Polen, Ukrainer, Armenier an der Seelower Gedenkstätte (Foto: Feist)

Auch der Anmelder des prorussischen Autokorsos in Berlin vor zwei Wochen kreuzte in Seelow auf. Zwischen Rockern und Russen filmte sich Christian Freier (44) mit dem Handy bei der Kranzniederlegung. Für seine und Putins Anhängerschaft.

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Russenkorso-Anmelder Christian Freier filmte seinen Auftritt in Seelow (Foto: Feist)

Die im Kampf gegen den Faschismus gefallenen Soldaten können sich gegen den Missbrauch nicht mehr wehren.

Russisches Ehrenmal erneut beschmiert

Derweil ist das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park erneut Opfer eines Farbanschlags geworden.

Was aussieht wie eine Filmkulisse, hat leider einen ernsten Hintergrund: Erst vor eineinhalb Wochen hatten Unbekannte in der Nacht zum 7. April das Mahnmal mit antirussischen Parolen beschmiert.

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Jede Nacht wird das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park von mehreren Scheinwerfern der Polizei beleuchtet (Foto: spreepicture)

Dies gilt als Grabschändung. Seitdem steht das Denkmal unter Polizeischutz, wird jede Nacht beleuchtet.

Trotzdem seien in der Nacht zu Ostermontag wieder mehrere Schriftzüge entdeckt worden, so eine Polizeisprecherin am Montag. Die Täter schmierten das „Z“-Symbol und die Wörter „Mörder“ und „Orks“ auf zwei Säulen im Bereich des Eingangsportals. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

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Dieser Polizist sorgt dafür, dass der Generator für die Lichtmasten läuft (Foto: spreepicture)

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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