Scharfe Munition im Einsatz : China kündigt Seemanöver in der Nähe Taiwans an

Peking sperrte am Samstag Meeresteile nahe Taiwan für eine Militärübung. Erneut kann das als Zeichen in Richtung USA gedeutet werden.

Scharfe Munition im Einsatz : China kündigt Seemanöver in der Nähe Taiwans an

Dieses Bild zeigt eine Militärübung in Pingtung, Taiwan vor zwei Tagen.Foto: REUTERS/Ann Wang

Als mögliche Warnung an die USA hat China ein Militärmanöver in der Nähe Taiwans angekündigt. Wie die Behörden in China am Samstag mitteilten, wurden Teile der Gewässer in der Provinz Fujian für ein Manöver, bei dem scharfe Munition zum Einsatz kommen sollte, gesperrt.

Die Übung war von 9.00 bis 21.00 Uhr (Ortszeit) angesetzt. Das betroffene Gebiet befindet sich im Norden der Taiwanstraße, die das chinesische Festland und die Inselrepublik Taiwan trennt.

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In den vergangenen Tagen haben die Spannungen zwischen Peking und Washington vor dem Hintergrund einer möglichen Taiwan-Reise der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, deutlich zugenommen. Peking hatte für den Fall einer solchen Reise, die Pelosi selbst nicht bestätigt hat, mit deutlichen Konsequenzen gedroht.

Bei einem Gespräch mit US-Präsident Joe Biden am Donnerstag hatte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping nach Angaben des chinesischen Außenministeriums mit Bezug auf Taiwan gesagt: „Diejenigen, die mit dem Feuer spielen, werden daran zugrunde gehen.“

Die chinesische Führung betrachtet das demokratische Taiwan als Teil der Volksrepublik und sieht Besuche ausländischer Politiker als Provokation an.

Sri Lanka berichtet über Ankunft von chinesischem Spionageschiff

Währenddessen sorgt ein chinesisches Überwachungsschiff mit Ziel Sri Lanka in der Region des Indischen Ozeans für Irritationen. Die „Yuan Wang 5“ sei auf dem Weg zum Hafen von Hambantota und werde am 11. August erwartet, berichtete der sri-lankische Fernsehsender News First.

Das zu Chinas Volksbefreiungsarmee gehörende Schiff diene der Verfolgung von Satelliten- und Interkontinentalraketen. Indien fürchte, dass der im benachbarten Sri Lanka von China finanzierte und gepachtete Hafen Peking künftig als eine Militärbasis dienen könnte.

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Die Beziehungen der beiden benachbarten Atommächte Indien und China sind nach tödlichen Grenzzwischenfällen im Himalya 2020 ebenfalls gespannt.

China ist ein wichtiger Kreditgeber Sri Lankas. Der südlich von Indien gelegene Inselstaat mit seinen etwa 22 Millionen Einwohnern erlebt derzeit die schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise seit Jahrzehnten.

Die Führung unter dem neuen Präsidenten Ranil Wickremesinghe hofft derzeit auf weitere Finanzhilfe aus China. Das Riesenreich hat in dem Land bereits Flughäfen, Straßen und Bahnlinien finanziert. Der von China ebenfalls finanzierte Hafen von Hambantota liegt in der Nähe der Hauptschifffahrtsroute von Asien nach Europa.

Dass dort in unmittelbarer Nachbarschaft von Indien ein chinesisches Spionageschiff einlaufen wolle, habe „gravierende Auswirkungen“, berichtete die indische Wirtschaftszeitung „The Economic Times“ am Samstag. Indien habe seine Besorgnis gegenüber der Regierung Sri Lankas auf unmissverständliche Weise zum Ausdruck gebracht, hieß es. (dpa)

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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