Schulstart für die Jüngsten : So viele Einschulungen in Berlin wie seit 17 Jahre nicht mehr

Am Samstag werden rund 37.000 Berliner Kinder eingeschult. Doch viele Probleme aus dem vergangenen Schuljahr bestehen fort.

Schulstart für die Jüngsten : So viele Einschulungen in Berlin wie seit 17 Jahre nicht mehr

Für dieses Jahr sind an den rund 800 Berliner Schulen 1370 mehr Erstklässler:innen angemeldet als vor einem Jahr.Foto: PNN/Andreas Klaer

37.050 Kinder werden am Samstag in Berlin eingeschult – und sehen erstmals den Ort, an dem sie das Lesen und Schreiben lernen sollen.

Am Montag beginnt dann offiziell der Unterricht. Für dieses Jahr sind an den rund 800 Berliner Schulen 1370 mehr Erstklässler:innen angemeldet als vor einem Jahr. Laut Bildungsverwaltung ist das die höchste Zahl seit 2005.

Auch immer mehr Kinder aus ukrainischen Flüchtlingsfamilien gehen nun hier zur Schule. Für das neue Jahr sind rund 1000 ukrainische Kinder angemeldet. Vor den Sommerferien hatten bereits circa 5000 Schüler:innen aus der Ukraine an Berliner Schulen gelernt. Darunter knapp 3000 in sogenannten Willkommensklassen.

Die Zahl aller Schüler:innen stieg an den allgemeinbildenden Schulen auf 383.290, teilte die Bildungsverwaltung mit. Ein neuer Rekord.

Doch viele Probleme aus dem vergangenen Schuljahr bestehen im neuen fort. Die Corona-Pandemie ist noch nicht überstanden. An den Schulen muss in den Klassenräumen weiterhin regelmäßig gelüftet werden und das freiwillige Testen für Schüler:innen und Personal zweimal unter der Woche und einmal am Wochenende wird beibehalten. Eine Maskenpflicht und Abstandsregeln gibt es nicht.

Raumtemperatur an Oberschulen wird gesenkt

Angesichts der steigenden Energiekosten und einer drohenden Gasknappheit soll auch in den Schulen Energie gespart werden. Dafür ist vorgesehen, die Raumtemperatur an weiterführenden Schulen zu senken. Für Grundschulen gilt das nicht. Zum Sparen von Stromkosten soll zudem nicht mehr Hybrid- oder Online-Unterricht stattfinden.

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Berlin hat außerdem weiter mit dem Lehrer:innenmangel zu kämpfen. Um dem entgegenzuwirken, hat die Stadt im Juli als letztes Bundesland die Rückkehr zur Verbeamtung von Lehrer:innen beschlossen. Trotzdem bezifferte Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) die Lücke unbesetzter Stellen vor einigen Tagen auf 875 unbefristete Vollzeitstellen – bei insgesamt mehr als 34.000 Lehrkräften. Etliche der neu eingestellten Lehrer:innen sind Quereinsteiger ohne Lehramtsstudium.

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SPD-Bildungsexperte Marcel Hopp geht davon aus, dass der Lehrkräftemangel in den kommenden Jahren bleiben werde. Das könnte einige Schüler:innen negativ beeinträchtigen. „Ich sehe mit Sorge, dass die Unterrichtsbelastung für Schüler, insbesondere in weiterführenden Schulen, hoch ist“, sagte Hopp.

In den meisten Brandenburger Grundschulen fanden die Einschulungen bereits am vergangenen Samstag statt. In diesem Jahr kommen rund 24.000 Erstklässler:innen an die 470 Grundschulen, 1000 mehr als im vergangenen Jahr. (mit dpa)

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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