Seht her, ihr Brandstifter, dieses Baby hätte sterben können

Seht her, ihr Brandstifter, dieses Baby hätte sterben können

Eine Feuerwehrfrau trägt das kleine, in eine Decke gewickelte Mädchen aus dem Brandhaus ins Freie Foto: Dominik Totaro

In eine rosa Decke gewickelt hält die Feuerwehrfrau das kleine Bündel Mensch schützend auf dem Arm, die winzigen Füßchen baumeln herunter. Die kleine Anjelina (8 Monate) und ihre Eltern sind gerade dem Feuer-Horror entkommen. Seht her, ihr miesen Brandstifter, dieses Baby hätte sterben können!

Von Jörg Bergmann und Katharina Metag 

Die unheimliche Brandserie im Osten der Stadt reißt nicht ab. In Hellersdorf gingen Montagabend erneut Kinderwagen in Flammen auf. Auch der des kleinen Mädchens, das von der Feuerwehr gerettet wurde. Gegen 20 Uhr hatten Anwohner der Oelsnitzer Straße starke Rauchentwicklung im Hausflur bemerkt und den Notruf gewählt.

„Ich packte Anjelina in eine Decke, nahm Nuckel und Flasche und wollte die Wohnung verlassen“, sagt Papa Daniel R. (22). „Doch mir schlug dicker Qualm vom Hausflur entgegen.“

Seht her, ihr Brandstifter, dieses Baby hätte sterben können

Daniel R. (22, Kaufhausdetektiv), Ehefrau Ramona (22, Hausfrau) mit Tochter Anjelina (8 Monate) (Foto: Jörg Bergmann)

Auch beim Blick aus dem Fenster sah der 22-Jährige nur Rauch. Während seine Frau Ramona (22) mit der gemeinsamen Tochter auf den Balkon flüchtete, dichtete er die Wohnungstür mit nassen Handtüchern ab. Anschließend schrie er verzweifelt aus dem Fenster: „Hilfe, ich bin hier mit meinem Baby. Wir können hier nicht bleiben.“

Dann endlich die Rettung! Daniel R.: „Eine Feuerwehrfrau schlug eine Decke um Anjelina und trug sie ins Freie.“

Seht her, ihr Brandstifter, dieses Baby hätte sterben können

Die im Hausflur stehenden Kinderwagen wurden angezündet und brannten aus. Dichter Qualm zog durch alle Etagen (Foto: Jörg Bergmann)

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Ein paar Wohnungen weiter hatten IT-Manager Patrick P. (31) und seine Freundin Mildred A. (33, Grafikerin) Kopfhörer auf und wurden bei der Arbeit vom Brand überrascht. „Ich hatte Todesangst“, sagt Mildred A. „Wir stellten unsere Wellensittiche Inti und Thod auf den Balkon. Dann kam auch schon die Feuerwehr und hat uns mit Atemschutzmasken aus der Wohnung geholt.“

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IT-Manager Patrick P. (31) zeigt den Schaden an der Eingangstür, der seit Silvester nicht repariert worden war (Foto: Jörg Bergmann)

Silvester hatten Jugendliche im Haus geböllert. Seither war die Haustür defekt, berichten die Mieter. Patrick P.: „Man kann da einfach durchsteigen. Die Deutsche Wohnen hat das nicht repariert.“

Der Vermieter bestätigte am Dienstag auf B.Z.-Anfrage, dass die Tür nicht ausgebessert wurde. Einen Grund konnte der Sprecher nicht nennen, räumt aber ein: „Das sollte nicht passieren.“ Dienstag reagierte der Wohnungskonzern, schickte Handwerker.

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40 Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten den Brand in der Oelsnitzer Straße in Hellersdorf schnell im Griff (Foto: spreepicture)

Brandermittler der Polizei prüfen nun, ob das Feuer auch der Serie von Brandstiftungen in der vergangenen Woche zuzuordnen ist. 

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Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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