Sohn übergibt SammlungSchenkung für dasJüdische Museum

Sohn übergibt SammlungSchenkung für dasJüdische Museum

Bobby Lax (links) aus Tel Aviv hat nach dem Fluchtkoffer jetzt auch historische Dokumente und Fotos seines Vaters an Aubrey Pomerance, Archivleiter des Jüdischen Museums Berlin, übergeben

Foto: Olaf Wagner Teilen Twittern SendenVon: hans-wilhelm saure 11.07.2022 – 20:18 Uhr

Berlin – Als 15jähriger flüchtete Edgar Lax am 4. Januar 1939 mit einem Kindertransport aus Nazi-Deutschland über Holland nach England. Seine Eltern mussten zurückbleiben. Die jüdische Familie wohnte in einer Sechs-Zimmer-Wohnung mit Balkon in der Zimmerstraße 48b in Mitte. Jetzt übergab sein Sohn Bobby Lax (54) aus Tel Aviv historische Fotoalben, Dokumente und Aufzeichnungen seines Vaters an das Jüdische Museum Berlin.

Aubrey Pomerance (62), Archivleiter des Museums: „Wir sind für die Schenkung dieser sehr wichtigen Sammlung außerordentlich dankbar, in der es auch Dokumente zu Personen gibt, zu denen weitere Quellen in unserem Archivbestand vorhanden sind.“ Pomerance weiter: „Nach der detaillierten Erschließung der Sammlung werden die darin enthaltenen Dokumente und Fotografieren digitalisiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.“

Der Vater von Bobby Lax überlebte den Nazi-Terror, doch die Großeltern Amalie und Jacob wurden von den Nazis ermordet. An das Schicksal der Familie erinnern seit dem 26. Februar vorletzten Jahres auf Initiative der Axel Springer SE (zu der auch BILD gehört) Stolpersteine. Das Haus, in dem die Familie Lax wohnte, wurde im Krieg zerstört. Auf dem Grundstück steht jetzt der vor zwei Jahren eröffnete Neubau des Axel Springer Verlags.

Sohn übergibt SammlungSchenkung für dasJüdische Museum

Bobby Lax (vorne links) vor zwei Jahren gemeinsam mit dem Künstler Gunter Demnig (vorne rechts) bei der Stolpersteinverlegung für seinen Vater und seine Großeltern vor dem Axel-Springer-Neubau in Berlin. Dahinter stehend von links Friede Springer, Dr. Mathias Döpfner und Prof. Monika Grütters

Foto: AFP

Zur Stolpersteinverlegung mit zahlreichen Ehrengästen im Februar 2020 hatte Bobby Lax den Fluchtkoffer seines Vaters zurück nach Berlin gebracht und an Aubrey Pomerance überreicht. Jetzt brachte der Schauspieler und Direktor eines TV-Kanals aus Israel auch die historischen Dokumente und Fotos nach Berlin. Anlass war die Aufführung seines Films „Back in Berlin“ auf dem Jüdischen Filmfestival.

In der Dokumentation erkundet Bobby Lax die eigene Familiengeschichte und die seines besten Freundes, einem Großneffen von Veit Harlan, dem berüchtigten Regisseur des antisemitischen Nazi-Machwerks „Jud Süß“.

Eine Quelle: www.bild.de

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