Treffen auf Schloss Elmau : Letzter Sitzungstag des G7-Gipfels startet

Scholz will kein Zurück im Verhältnis mit Russland + Vereinbarung zu Klimaschutz + Teilnehmer bekommen Rucksäcke mit bayerischen Spezialitäten + Der Newsblog.

Treffen auf Schloss Elmau : Letzter Sitzungstag des G7-Gipfels startet

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beim G7-GipfelFoto: dpa/Peter Kneffel

Der G7-Gipfel auf Schloss Elmau geht am Dienstag zu Ende. Der Ukraine-Krieg ist zentrales Thema der Beratungen der Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten demokratischen Industrienationen unter Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz. Zentrale Themen dürften am dritten Gipfeltag erneut der Krieg mit der durch Russlands Aggression beförderten Hungerkrise sein. Die Ereignisse hier im Newsblog.

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Treffen auf Schloss Elmau : Letzter Sitzungstag des G7-Gipfels startet

G7-Gipfel in Elmau endet – Kanzler Scholz zieht Bilanz

Nach mehr als einem halben Dutzend Arbeitssitzungen und zahlreichen bilateralen Gesprächen beenden die G7-Staats- und Regierungschefs am Dienstag ihre Beratungen im bayerischen Schloss Elmau. Zentrale Themen dürften am dritten Gipfeltag erneut der Ukraine-Krieg mit der durch Russlands Aggression beförderten Hungerkrise sein. Diese droht vor allem in Ostafrika. Erwartet werden konkrete Finanzzusagen der G7-Staaten. Anschließend reisen einige der Gipfelteilnehmer weiter nach Madrid zum Nato-Gipfel.
Russland habe alle Vereinbarungen über die Zusammenarbeit von Staaten gebrochen, betonte Scholz bereits am Montagabend. Die G7 seien sich einig, dass das die Beziehungen lange prägen werde. „Im Verhältnis zu Russland kann es kein Zurück geben in die Zeit vor dem russischen Überfall auf die Ukraine.“ Alle G7-Staaten seien bereit, die notwendigen Entscheidungen zu treffen.

50 Millionen Menschen stehen vor Hungersnot

Mit Blick auf die drohende Hungersnot sagte Scholz am Montag in einem Interview, die G7-Staaten bemühten sich intensiv darum, Getreideexporte aus der Ukraine zu ermöglichen. Das Thema bereite den G7 größte Sorge und man wolle helfen. Auch mit Geld solle dafür gesorgt werden, dass Hungerkrisen vermieden werden.

Die Ukraine und Russland sind die größten Weizen-Exporteure weltweit. Normalerweise decken sie knapp ein Drittel des globalen Bedarfs – weil Russland die ukrainischen Häfen derzeit blockiert, kann viel Getreide aber nicht exportiert werden. Dem Welternährungsprogramm zufolge stehen 50 Millionen Menschen weltweit kurz vor einer Hungersnot.

Zusammenarbeit beim Klimaschutz

Trotz der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise will die G7 an den derzeitigen Klimaschutzzielen festhalten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur werden die Mitglieder in der Abschlusserklärung zum Gipfel deutlich machen, dass sie das sogenannte Pariser Abkommen weiterhin als Richtschnur für ihr Handeln ansehen. In diesem hatten sich die Länder der Welt im Dezember 2015 darauf geeinigt, Anstrengungen zu unternehmen, um die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Scholz hatte zu dem Gipfel auch fünf Gastländer eingeladen. Mit Indien, Indonesien, Südafrika, Senegal und Argentinien vereinbarten die G7 am Montag gemeinsame Klimaschutz-Anstrengungen. Einer Erklärung zufolge soll die Umstellung auf Klimaneutralität vorangetrieben werden. Gleichzeitig sollen erneuerbare Energien ausgebaut werden, Kohle soll zunehmend weniger zum Einsatz kommen.
Bei Umweltschützern fanden die Pläne ein geteiltes Echo. Greenpeace sprach von schwachen Ankündigungen. Der Politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals, sah hingegen Potenzial. „Insbesondere die Partnerschaft mit Indien, die bis zum G20-Gipfel nächstes Jahr abgeschlossen sein soll, kann extrem relevant werden.“ (dpa) Kein Beitrag vorhanden

Klimaaktivisten demonstrieren in München gegen Blackrock

Etwa ein Dutzend Klimaaktivisten hat in München zum G7-Gipfel gegen den US-Vermögensverwalter Blackrock und für einen Schuldenerlass für ärmere Länder demonstriert. Auf dem Dach eines Gebäudes, das mutmaßlich von Blackrock genutzt wird, versuchten sie am frühen Dienstagmorgen ein Banner zu entrollen. Zudem demonstrierten sie davor. Die Polizei war mit mehreren Dutzend Beamten anwesend. Die Aktion verlief zunächst friedlich. (dpa)

Scholz’ G7-Show in Schloss Elmau

tagesspiegel

G7 verurteilen Angriff auf Einkaufszentrum als Kriegsverbrechen

Der G7-Gipfel hat den Raketenangriff auf das Einkaufszentrum in der ukrainischen Stadt Krementschuk verurteilt und Russland mit Konsequenzen gedroht. „Wahllose Angriffe auf unschuldige Zivilisten sind ein Kriegsverbrechen. Russlands Präsident Putin und die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen werden“, hieß es in einer Erklärung der Gipfelteilnehmer am Montagabend. (dpa)
tagesspiegel

Südafrika sieht G7 in der Lage, Lösung zu erwirken

Südafrika verlangt auf dem G7-Gipfel eine diplomatische Lösung, um den Krieg in der Ukraine zu beenden und weigert sich, Russland als Aggressor zu sehen. Ihr Land sei neutral in diesem Konflikt, sagt die südafrikanische Außenministerin Naledi Pandor dem ZDF-heute-journal. Die G7 hätten in ihren Augen die Macht, eine Verhandlungslösung zu erwirken. Die Konfliktpunkte zwischen der Ukraine und Russland würden seit Jahren weltweit debattiert – und “Afrika sei nie an den Verhandlungstisch eingeladen worden, um diese Streitpunkte zu diskutieren”. Jetzt von ihrem Land zu fordern, sich politisch für eine Seite in diesem Konflikt zu entscheiden, sei deshalb nicht möglich. “Wir haben unsere Position bereits klar gemacht: Die Welt hat eine Verantwortung, für Frieden zu sorgen – und wir glauben, dass Anführer wie die G7 von solcher Macht – ob Partner oder Gegner der Ukraine – die Fähigkeit und Führungsrolle haben, um zusammen an einer Lösung zu arbeiten.” (Reuters)

G7 und Partner wollen Demokratien schützen

Die G7-Staaten und ihre fünf Partnerländer bekennen sich zu einem regelbasierten Miteinander der Staatengemeinschaft. “Wir verpflichten uns dazu, mit Partnern auf internationaler Ebene auf Frieden und Wohlstand hinzuwirken, und werden uns für Fortschritte auf dem Weg hin zu einer gerechten Welt einsetzen, denn gemeinsam sind wir stärker”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der sieben führenden westlichen Industrieländer sowie Argentiens, Indiens, Indonesiens, Senegals und Südafrikas auf dem Gipfel in Schloss Elmau. Darin bekräftigen die Staaten “unsere Entschlossenheit, die Resilienz unserer Demokratien zu stärken” und “erneuern unser Bekenntnis zur regelbasierten internationalen Ordnung”. (Reuters)

Scholz will kein Zurück im Verhältnis mit Russland

Bundeskanzler Olaf Scholz erwartet wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine lang anhaltende und tiefe Einschnitte in den internationalen Beziehungen. Russland habe alle Vereinbarungen über die Zusammenarbeit von Staaten gebrochen, betonte der SPD-Politiker am Montag nach Beratungen der Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Die G7 seien sich einig, dass das die Beziehungen lange prägen werde. „Im Verhältnis zu Russland kann es kein Zurück geben in die Zeit vor dem russischen Überfall auf die Ukraine“, sagte Scholz beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern.
Alle G7-Staaten seien bereit, die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Die Veränderung könne jedoch am besten gemeistert werden, wenn man eng und vertrauensvoll zusammenarbeite. Selenskyj habe die Lage in der Ukraine eindringlich geschildert, sagte Scholz. Zugleich habe er sich dankbar gezeigt für die internationale Unterstützung, die noch lange nötig sein werde. „Wir alle werden die Ukraine in ihrer Verteidigung gegen Russland weiterhin unterstützen“, sagte Scholz zu. (dpa)

G7-Länder blicken in unterschiedlichen Perspektiven auf den Krieg in der Ukraine

Kanzler und G7-Gastgeber Olaf Scholz ließ nach den heutigen Arbeitsgesprächen wissen, dass die Runde beim Thema Ukraine durchaus unterschiedliche Sichtweisen hat. “Auf den Krieg in der Ukraine blicken wir in unterschiedlichen Perspektiven”, sagte Scholz. Umso wichtiger sei es, miteinander zu reden und sich auszutauschen. Am zweiten Gipfeltag waren Länder wie Senegal, Indien, Indonesien und Südafrika zu Gast, die den russischen Angriffskrieg bisher nicht verurteilt haben. 
Die Beziehungen des Westens zu Russland sieht er dauerhaft zerrüttet. Im Verhältnis zu Russland könne es kein Zurück geben zu der Zeit vor dem Krieg, sagt Scholz. Die russische Regierung habe mit dem Angriff auf die Ukraine alle Vereinbarungen über die Art und Weise der internationalen Zusammenarbeit gebrochen.

Fridays for Future – Krieg und Klimakrise haben gleiche Ursache

Mitglieder der Klimaschutzbewegung Fridays for Future kritisieren am Rande des G7-Gipfels, dass es kein Verständnis dafür gebe, dass der Krieg in der Ukraine mit der Klimakrise zusammenhängt. Putin könne ihn weiterhin finanzieren, weil die anderen Länder von fossilen Energien abhängig sind und Öl, Kohle und Gas aus Russland beziehen.

Treffen auf Schloss Elmau : Letzter Sitzungstag des G7-Gipfels startet

Mitglieder der FFF-Bewegung beim G7-Gipfel   Bild: Sandra Lumetsberger

Grünen-Chefin fordert Orientierung der G7 an Klimazielen

Grünen-Chefin Ricarda Lang hat die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) anlässlich ihres Gipfels im bayerischen Elmau an die Bedeutung der Pariser Klimaziele erinnert. „Die Beschlüsse der G7 müssen sich an den Pariser Klimazielen orientieren“, sagte Lang am Montag nach einer Sitzung des Bundesvorstands der Partei in Berlin. Dies müsse weiterhin die Leitlinie sein. Zur G7 gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, die USA und Kanada. Die Staats- und Regierungschefs der sieben Länder tagen noch bis einschließlich Dienstag auf Schloss Elmau, der Kampf gegen den Klimawandel sollte dabei ebenfalls Thema sein.

„Natürlich müssen wir schwierige Entscheidungen treffen“, sagte die Grünen-Politikerin auch mit Blick auf die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine. Die Bundesregierung habe dies bereits getan. Der Beschluss zu neuen Terminals für den Import von Flüssiggas sei ein Beispiel dafür. Damit das sogenannte 1,5-Grad-Ziel eingehalten werde, müsse man auch darauf achten, dass es jetzt nicht zu einem „fossilen Rollback“ – also einer generellen Rückkehr zu fossilen Energien – komme. Die Klimaziele dürften keinesfalls hinten angestellt werden.
Die Staatengemeinschaft hat sich 2015 bei der Klimakonferenz in Paris das Ziel gesetzt, die Erderwärmung unter 2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu halten, möglichst unter 1,5 Grad.

Kritik an Scholz wegen neuer Gasförderprojekte

Im Bemühen, die Demokratien des globalen Südens stärker an den Westen zu binden, gibt es scharfe Kritik an Kanzler Olaf Scholz (SPD), weil er sich auch eine engere Kooperation für neue Gasförderprojekte vorstellen kann, um die russischen Lieferungen ersetzen zu können. „Wer wie Olaf Scholz neue Gasinvestitionen wie im Senegal entgegen der im letzten Jahr getroffenen Vereinbarungen hier in Elmau ermöglichen und finanzieren will, verrät den Klimaschutz, bestehende Verpflichtungen und die nachfolgenden Generationen“, sagte der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, dem Tagesspiegel am Rande des G7-Gipfels. 
Als Gastgeber der G7 müsse der Kanzler die Finanzierung von fossilen, klimazerstörenden Energien über das Jahr 2022 hinaus verbieten, trotz der veränderten Lage durch den russischen Krieg in der Ukraine. (Georg Ismar)

Söder verteidigt bayerischen Empfang gegen Kritik aus dem Netz

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den Empfang für die G7-Chefs mit Trachtlern gegen viel Kritik, Spott und Häme etwa in sozialen Netzwerken verteidigt. „Zu Bayern gehört das einfach dazu: Modernität, aber auch Brauchtum“, sagte der CSU-Chef am Montag in München. 
Söder fügte hinzu: „Mag sein, dass dem einen oder anderen das nicht so gefällt – also allen Gästen, die da waren, hat es super gefallen.“ Er nannte unter anderem US-Präsident Joe Biden, der ebenfalls mit viel bayerischem Brauchtum am Münchner Flughafen begrüßt worden war. 
Wenn man nach Bayern kommt, dann gehört das einfach dazu. Bayern ist ein bisschen anders als anderswo“, sagte Söder. Deshalb kämen viele ja so gerne hierher.
Für Teilnehmer:innen des Gipfels gab es eindeutig bayerische Geschenke:

G7-Länder und Gäste vereinbaren Zusammenarbeit beim Klimaschutz – Kritik von Verbänden

Im Kampf gegen den Klimawandel wollen die G7-Staaten mit ihren Partnerländern Argentinien, Indien, Indonesien, Senegal und Südafrika verstärkt gemeinsam an Lösungen arbeiten. Ziel sei es, „einen sauberen und gerechten Übergang zur Klimaneutralität zu beschleunigen und gleichzeitig die Energiesicherheit zu gewährleisten“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung. 

 

Gemeinsam würden Optionen zu einem „schnellen Ausbau sauberer und erneuerbarer Energiequellen sowie der Energieeffizienz“ geprüft.

Die Teilnehmer bekräftigten ihr Bekenntnis zum Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Temperaturerwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Der Ausstieg aus der Kohle und der Ausbau sauberer und erneuerbarer Energien müsse aber „sozial gerecht“ erfolgen, hieß es. Zudem sei auch der „allgemeine Zugang zu erschwinglicher und nachhaltiger Energie“ wichtig.

Gemeinsam sollten „mögliche negative Auswirkungen angegangen werden“, heißt es in der Erklärung weiter. Ziel müsse es auch sein, „die Schaffung neuer menschenwürdiger grüner Arbeitsplätze“ im Bereich erneuerbarer Energien zu erreichen.

Partnerschaften beim Aufbau von Infrastruktur und Investitionen könnten dabei auch zu den Zielen eines „offenen und inklusiven Klimaclubs“ beitragen. Dieses Vorhaben von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht eine Allianz von Ländern vor, die sich ehrgeizige Klimaziele setzen.

 

Greenpeace sprach von schwachen Ankündigungen. „Es fehlen sowohl verbindliche Ziele beim Ausstieg aus den fossilen Energieträgern im Sinne der 1,5 Grad Grenze als auch ein klarer Finanzrahmen“, erklärte der geschäftsführende Vorstand des deutschen Ablegers der Organisation, Martin Kaiser.

Der Politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals, sieht hingegen Potenzial. „Insbesondere die Partnerschaft mit Indien, die bis zum G20-Gipfel nächstes Jahr abgeschlossen sein soll, kann extrem relevant werden.“

Friederike Röder von Global Citizen beklagte: „Diese Erklärung strotzt nur so vor vagen Bekundungen.“ Man spüre die Zerrissenheit in den Verhandlungen. Die G7 müssten Geld bereitstellen für solche Partnerschaften. (AFP, DPA) 

Sechs Menschen nach G7-Demo in Schlossnähe festgenommen

Unter starkem Polizeischutz ist die kleine Demonstration von rund 50 Kritikern des G7-Gipfels in Sichtweite von Schloss Elmau beendet worden.

Mindestens eine Frau wurde von den Beamten weggetragen. Sechs Menschen sind vorläufig festgenommen worden. Sie sollen sich am Montag auf die Zufahrtsstraße zum Tagungshotel der sieben führenden Wirtschaftsmächte gesetzt haben – statt, wie von der Polizei gefordert, zurück in Busse zu steigen. 
Nach Angaben einer Polizeisprecherin laufen gegen die sechs Demonstranten Ermittlungen wegen des Verdachts der Nötigung oder der versuchten Nötigung.
Die meisten Aktivisten waren aber friedlich zurück in die Busse gestiegen.

Zuvor hatten drei Busse die Aktivisten und rund zwei Dutzend Journalisten an den Sperrzaun rund 500 Meter vom Schloss entfernt gefahren. Zu Fuß durften die Demonstranten aus Sicherheitserwägungen der Polizei heraus in den streng abgeschirmten Bereich nicht laufen.

Das Bündnis „Stop G7 Elmau“ kritisierte in den vergangenen Tagen mehrfach die Entscheidung der Behörden, die Aktivisten nicht näher an Schloss Elmau heranzulassen und ausschließlich mit Bussen zu transportieren. (dpa)

G7-Proteste verlaufen friedlich

Die Demonstrationen am Montag rund um den G7-Gipfel auf Schloss Elmau sind bislang friedlich verlaufen. Es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagte ein Sprecher der polizeilichen G7-Pressestelle dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage. Am Nachmittag waren 50 Demonstranten in Shuttlebussen von der Polizei zu einer Kundgebung in den Sicherheitsbereich nahe dem Tagungsort gebracht worden.

Dort durften sie in Hör- und Sichtweite des Schlosses demonstrieren. Die Veranstalter vom Bündnis „Stop G7 Elmau“ hatten die polizeilichen Auflagen vorab zwar kritisiert, weil sie näher am Schloss demonstrieren wollten. Letztlich stimmten sie den Sicherheitsbestimmungen aber zu. Zusätzlich zu der Demonstration fand bei großer Hitze und Sonnenschein eine mehrstündige Sternfahrt auf mehreren Routen zu Fuß und per Rad statt. Zu Teilnehmerzahlen konnte die Polizei noch keine Angaben machen.

Insgesamt zeichnet sich eine deutlich geringere Beteiligung an den G7-Protesten ab als erwartet. Zu einer Großdemonstration am Samstag in München waren trotz guten Wetters statt der erwarteten 20.000 Teilnehmer laut Polizeiangaben nur 4.000 gekommen, zu der angekündigten Großdemo am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen nur rund 1.000.

Der Berliner Soziologe Dieter Rucht sieht für die geringe Beteiligung auch den Ukraine-Krieg verantwortlich. Das Thema sei absolut dominant und überschatte alles andere, sagte der Protestforscher am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Johnson vergleicht Unterstützung für Ukraine mit Kampf gegen Hitler

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Unterstützung für die Ukraine im Krieg gegen Russland mit dem Kampf gegen den Nazi-Diktator Adolf Hitler verglichen. Der Preis für die Freiheit sei es wert, gezahlt zu werden, sagte Johnson am Montag der BBC am Rande des G7-Gipfels auf Schloss Elmau.
Die Demokratien hätten in der Mitte des 20. Jahrhunderts lange gebraucht, um eine Antwort zu Tyrannei und Aggression zu finden, und es sei sehr teuer gewesen. „Aber mit der Niederlage der Diktatoren, vor allem von Nazi-Deutschland, brachte dies viele Jahrzehnte der Stabilität, eine Weltordnung, die sich auf ein regelbasiertes internationales System stützte“, betonte Johnson. „Das ist schützenswert, das ist es wert, verteidigt zu werden, das bringt langfristigen Wohlstand.“
Großbritannien müsse bereit sein, der Ukraine ungeachtet der Kosten im Kampf gegen die Aggression von Kremlchef Wladimir Putin beizustehen, sagte der Premierminister. 
Stellen Sie sich vor, wir würden Putin erlauben, mit der gewaltsamen Übernahme großer Teile eines anderen Landes davonzukommen, eines souveränen, unabhängigen Territoriums“, sagte Johnson. „Die Lehren daraus wären in allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion absolut erschreckend.“ (dpa) Russland trägt enorme Verantwortung an Nahrungs-KriseDie G7 werfen Russland vor, an der gegenwärtigen globalen Nahrungsmittel-Krise eine enorme Verantwortung zu tragen. 
Die G7-Staats- und Regierungschefs fordern auf ihrem Gipfel in Schloss Elmau Russland auf, alle Angriffe auf die landwirtschaftliche Produktion in der Ukraine bedingungslos und unverzüglich einzustellen. 
Es müsse zudem freies Geleit für den Export von Getreide aus den ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer geben.

Auf den G7-Protesten wird Solidarität mit Russland gezeigt

Der CNN-Korrespondent Frederik Pleitgen berichtet am 26. Juni von einem Protestzug in Garmisch-Partenkirchen, wo sich Demonstrierende mit Russland solidarisierten. Der Ukraine wurde dort vorgeworfen, den Konflikt anzuheizen. Die USA seien der Hauptaggressor, wurde auf der Demo behauptet.

G7 besorgt über Lieferung atomwaffenfähiger Raketen an Belarus

Die G7-Staats- und Regierungschefs haben sich besorgt über die von Russland angekündigte Lieferung atomwaffenfähiger Raketen an Belarus gezeigt. In einem gemeinsamen Statement, das am Montag auf dem G7-Gipfel im bayerischen Elmau veröffentlicht wurde, heißt es, man sei angesichts dieser Ankündigung ernsthaft besorgt.

Russland will Boden-Raketen vom Typ Iskander nach Belarus verlegen, die auch mit atomwaffenfähigen Raketen bestückt werden können. Das versprach Präsident Wladimir Putin dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Die Verlegung werde in den nächsten Monaten erfolgen, sagte Putin der Staatsagentur Tass zufolge am Samstag bei einem Treffen mit Lukaschenko in St. Petersburg. Belarus ist ein enger Verbündeter Russlands. (dpa)
G7 sagen der Ukraine 28 Milliarden Euro für den Staatshaushalt zu
Die sieben führenden westlichen Industrienationen sagen der Ukraine ihre Unterstützung zu, solange dies erforderlich sein wird. 
Es sei die Entscheidung der Regierung in Kiew, wie eine Friedenslösung gestaltet werden könne, heißt es in einer Erklärung der G7-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel in Schloss Elmau weiter. 
In einer Erklärung heißt es, dass dem ukrainischen Staatshaushalt dieses Jahr bis zu 28 Milliarden Euro bereitgestellt werden sollen. Damit werde die Regierung dabei unterstützt, die Grundbedürfnisse der Menschen zu bedienen.
In diesem Jahr hätten die sieben Industriestaaten umgerechnet bereits mehr als 2,6 Milliarden Euro an humanitärer Hilfe zugesagt, hieß es weiter. Man wolle auch in Zukunft substanzielle humanitäre Unterstützung bereitstellen. 
Außerdem sie man „bereit, einen internationalen Wiederaufbauplan zu unterstützen“, der von der Ukraine in enger Abstimmung mit bilateralen und multilateralen Partnern ausgearbeitet werde, erklärten die G7-Staaten in der am Montag auf dem Gipfel im bayerischen Elmau verbreiteten Erklärung. 
Ziele seien ein nachhaltiger und grüner wirtschaftlicher Aufschwung, starke demokratische Institutionen, Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung. (Reuters, epd, dpa) Weitere Beiträge

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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