Trotz Liz Cheneys Niederlage bei der Kandidatenkür : Diese Frau soll die USA vor Trump retten

Die Republikanerin wird dem nächsten Kongress nicht mehr angehören. Dennoch erwarten viele in Amerika, dass sie für das Weiße Haus kandidiert. Ein Porträt.

Trotz Liz Cheneys Niederlage bei der Kandidatenkür : Diese Frau soll die USA vor Trump retten

Hat Liz Cheney nach der harten Niederlage noch eine große Zukunft?Foto: David Stubbs/REUTERS

Sie scheint politisch erledigt zu sein. Und doch belebt sie die Fantasien vieler Amerikaner. Liz Cheney, so die Hoffnung, soll die USA vor einer Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus bewahren. Nur: Wie soll diese Auferstehung von den politischen Toten gelingen?

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Die Tochter des früheren Vizepräsidenten Dick Cheney wird dem nächsten Kongress nicht mehr angehören. Bei der Aufstellung in ihrem Wahlkreis in Wyoming blieb die moderate Republikanerin unter 30 Prozent. Es ist ein harter Absturz nach 73 Prozent 2020. Die von Trump unterstützte Rivalin Harriet Hageman besiegte sie nun mit 66 Prozent.

Strafe für das Sammeln von Beweisen gegen Trump

Die republikanische Basis bestraft Cheney, weil sie beim Impeachment für Trumps Abberufung gestimmt hatte. Und weil sie die Untersuchung im Kongress, welche Rolle Trump beim Sturm auf das Kapitol im Januar 2021 spielte, nicht boykottiert wie fast alle Republikaner.

Cheney sammelt Beweise, dass Trump einen Umsturz plante, um Joe Bidens Wahlsieg zu konterkarieren. Die Sitzungen wurden live im Fernsehen übertragen. Das hat sie landesweit bekannt gemacht. Diese Bühne wird der 56-Jährigen künftig fehlen. Dennoch spekulieren US-Medien, sie könne bei der Präsidentschaftswahl 2024 kandidieren und eine zweite Amtszeit Trumps verhindern.

Das klingt weit hergeholt angesichts ihres Abschneidens daheim. Das Kalkül: Trump hat sich bei der Kandidatenaufstellung 2016 nicht durchgesetzt, weil die Mehrheit ihn wollte. Die Basis hätte wohl einen klassischen Republikaner bevorzugt.

Lehren aus der Präsidentschaftswahl 2016

Doch es gab zu viele Bewerber dieser Gattung. Sie nahmen sich gegenseitig die Stimmen weg. Trump schob sich mit relativen Mehrheiten in den frühen Vorwahlen an ihnen vorbei. Wären alle moderaten Stimmen auf einen Bewerber entfallen, statt sich auf mehrere zu verteilen, wäre Trump nicht Kandidat der Partei geworden.

2024 werde die Lage umgekehrt sein, meinen einige Strategen. Mehrere Kandidaten werden sich Trumps populistische Erfolgsmasche abschauen, sich gegenseitig Konkurrenz machen und ebenso ihrem Vorbild Trump.

Wenn sich diesmal die Rechten gegenseitig Stimmen wegnehmen, öffne das einen Weg für eine moderate Republikanerin wie Cheney. Dafür muss sie freilich andere potenzielle Bewerber aus dem klassischen Parteiprofil überzeugen, ihr das Feld zu überlassen.

Cheney muss nicht siegen. Es reicht, wenn sie Trump scheitern lässt

Cheney müsse nicht siegen, sagen die Strategen. Sie und das Land hätten gewonnen, wenn Trump scheitert.

Diese Tonlage schlug Cheney in der „Concession Speech“ ein, in der sie die Niederlage eingestand. Viele TV-Sender übertrugen live. „Ich beuge mich nicht.“

Sie berief sich auf Helden der US-Geschichte wie Abraham Lincoln, Bürgerkriegsgeneräle und Martin Luther King, die „die Freiheit gerettet“ haben, weil sie nicht aufgaben. Ihre Mission ist jetzt, Trump zu verhindern.

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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