Ukraine-Flüchtlinge in Berlin zeigen ihr verlorenes Glück

Ukraine-Flüchtlinge in Berlin zeigen ihr verlorenes Glück

Anastasia (19) aus Charkiw: Anastasia hat in ihrer Heimat Deutsch und Englisch studiert. Sie ist eine von wenigen Geflüchteten, die sich auf Deutsch verständigen können. Gemeinsam mit ihrer Mutter lebt sie in einem Container am Ankunftszentrum in Reinickendorf. „Das Foto ist in Lwiw entstanden. Es war mein Geburtstag im letzten Sommer. Ich bin mit meiner Freundin dorthin gefahren. Ich war glücklich.“ Foto: Ralph Günther

Sie sind gut in Berlin angekommen, müssen aber täglich an ihre Heimat und die friedlichen Tage dort zurückdenken. Fünf Ukrainerinnen zeigen Fotos aus ihrem Leben vor Putins Krieg.

Von Sara Orlos Fernandes

Es sind die Fotos auf ihren Handys, die sie daran erinnern, was sie einmal hatten. Es sind Bilder von Restaurantbesuchen, Städtetrips oder Parkausflügen. Glückliche Momente, die sie sich sehnlichst zurückwünschen.

Seit Anfang März sind 100.000 Ukrainer mit Zügen und Bussen in Berlin angekommen. Am vergangenen Wochenende waren es von Freitag bis Sonntag wieder 5495. Wie viele privat mit dem Auto geflüchtet sind, ist nicht bekannt.

Rund 55.000 Menschen haben bis Ende April in Berlin bereits einen Aufenthaltstitel beantragt, seit Putin seinen Krieg gegen die Ukraine begann.

Für die meisten war der erste Anlaufpunkt das Ankunftszentrum in Tegel. Von hier aus werden sie auch in andere Bundesländer verteilt. Mit der Quote von rund 5,2 Prozent hat Berlin den Königsteiner Schlüssel, nach dem die Aufnahme erfolgt, bereits erfüllt.

So viele Menschen, die alles verloren, sich jetzt in Berlin ein neues Leben aufbauen müssen.

In der B.Z. zeigen fünf von ihnen, wie es vorher war:

Ukraine-Flüchtlinge in Berlin zeigen ihr verlorenes Glück

Tatjana (59) aus Winnyzja: Die ehemalige Polizeibeamtin ist am 11. März allein nach Berlin gekommen. Tatjana zeigt uns ein Foto von einem Ausflug: „Hier war ich gerade in Hajssyn für meinen Essensstand einkaufen. Ich habe immer an einer viel befahrenen Straße neben einer Tankstelle Borschtsch und Schaschliks auf Feuer zubereitet und verkauft. Ich liebe es zu kochen und würde es gern wieder für viele Menschen machen. Das fehlt mir sehr.“ (Foto: Ralph Günther)

Ukraine-Flüchtlinge in Berlin zeigen ihr verlorenes Glück

Elena (38) aus Charkiw: Elena hat mit ihrem Mann Dmitry (39) und Sohn Miron (3) ein neues Zuhause in Moabit gefunden. Das Familienfoto zeigt einen gemeinsamen Ausflug in den Taras-Schewtschenko-Garten in Charkiw im vergangenen August. Es erinnert sie an glücklichere Tage. Durch eine Ausnahmeregelung durfte ihr Mann mit nach Berlin flüchten: „Ich habe durch den Krieg zehn Kilo verloren. Das sehe ich besonders, wenn ich mir Fotos aus der Heimat anschaue“, sagt Elena. (Foto: Ralph Günther)

Ukraine-Flüchtlinge in Berlin zeigen ihr verlorenes Glück

Katerina (52) aus Charkiw: Die Wasserversorgungs-Technikerin zeigt uns ein Foto aus ihrer Heimatstadt. „Da hatte ich noch blondes Haar“, sagt Katerina, „das Foto ist in einem zyprischen Restaurant entstanden. Ich liebe Zypern und das Meer, deshalb bin ich zweimal im Jahr dorthin in den Urlaub gefahren. Jetzt wohne ich in einem Container und habe keine Perspektive. Es ist kein Vergleich zu meinem geliebten Zuhause.“ (Foto: Ralph Günther)

Ukraine-Flüchtlinge in Berlin zeigen ihr verlorenes Glück

Valeria (20) aus Saporischschja: Die Studentin ist am 11. März mit Mutter, Bruder und Oma in Berlin angekommen. Valeria und ihre Familie wohnen in einer provisorischen Flüchtlingsunterkunft. Oft schauen sie alte Fotos aus der Heimat an. Während sie durch ihr Instagram-Profil scrollt, findet Valeria dieses Foto: „Das ist eine schöne Erinnerung aus meiner Heimat. Hier war ich an einem See spazieren.“ (Foto: Ralph Günther)

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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