Ukraine-Krieg und Inflation drücken Kurs : Euro fällt erstmals seit 2002 auf Parität zum Dollar

In London erreichten die gemeinsame Währung des Euroraums und die US-Währung am Dienstag Parität. Der Euro steht schon länger an den Märkten unter Druck.

Ukraine-Krieg und Inflation drücken Kurs : Euro fällt erstmals seit 2002 auf Parität zum Dollar

Euro-Skultpur vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main (Hessen).Foto: Arne Dedert/dpa

Erstmals seit 20 Jahren ist der Euro auf den Stand des Dollars gefallen. In London erreichten die gemeinsame Währung des Euroraums und die US-Währung am Dienstag Parität – das erste Mal seit 2002, als die Gemeinschaftswährung offizielles Zahlungsmittel wurde.

Schon länger steht der Euro an den Finanzmärkten unter Druck. Gründe sind die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, die Europa besonders treffen, und der vergleichsweise zurückhaltende Kampf der Europäischen Zentralbank gegen die Inflation.

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Die Euroschwäche kommt im jetzigen Umfeld mit vergleichsweise hohen Inflationsraten ungelegen. Denn je niedriger der Wechselkurs der Gemeinschaftswährung ist, desto stärker werden im Verhältnis andere Währungen wie der Dollar. Das führt dazu, dass nach Deutschland eingeführte Waren teurer werden. Die Inflation wird dadurch angefacht.

Verbraucher müssen bei einem sinkenden Eurokurs also noch tiefer in die Tasche greifen, um ihre Lebenshaltungskosten zu stemmen. Vor allem die Energie- und Rohstoffpreise drohen weiter zu steigen.

Euro-Rekordhoch von 1,6038 im Juli 2088

Der Euro war 1999 zunächst als Buchgeld eingeführt worden – der Kurs zum Dollar lag am 4. Januar 1999 bei 1,18 Dollar. Im Januar 2000 sackte der Eurokurs unter die Parität zum Dollar, das Rekordtief wurde im Oktober 2002 mit 0,8230 Dollar erreicht.

Die Ausgabe der Gemeinschaftswährung an die Verbraucherinnen und Verbraucher begann am 1. Januar 2002, gleichzeitig verbesserten sich damals die wirtschaftlichen Aussichten – der Kurs stieg wieder auf über einen Euro.

Seitdem war der Euro mehr wert als der Dollar. Ein Rekordhoch mit 1,6038 erreichte er im Juli 2008 mitten in der Finanz- und Wirtschaftskrise. (AFP, dpa)

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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