Verliebt, verlobt und leicht verändert : Retro-Name für J.Lo

Nach der vierten Hochzeit wird aus Jennifer Lopez Jennifer Affleck. Kein Grund zur Aufregung!

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Verliebt, verlobt und leicht verändert : Retro-Name für J.Lo

Jennifer, hier noch Lopez, mit Ben Affleck bei einer Filmvorführung im Februar 2022. Foto: dap/AP/Jordan Strauss/InvisionFoto: dpa

“J.Lo” ist ein Markenzeichen, an dem man nicht fummeln muss. Es steht für Erfolg im Film wie im Pop Song.  Jennifer Lopez hat unlängst in Las Vegas zum vierten Mal geheiratet, ihren Verlobten von vor zwanzig Jahren, Ben Affleck. Nach dem Scheitern von “Brangelina” hat die Klatschpresse nun – nach 20jähriger Unterbrechung – “Bennifer 2.0” ausgerufen. Hinter dem alt-neuen Paar liegt ein langer, verschlungener Weg.

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Beide haben in der Zwischenzeit in anderen Ehen mehrere Kinder in die Welt gesetzt. Nun eine Szene wie in einem Hollywood B-Movie – mit der Trauung in der kitschumrankten Little White Chapel von Las Vegas um Mitternacht.

Wie ein Teenager

Diese Liebe muss sagenhaft sein. Der Ring, den ihr Ben Affleck zur zweiten Verlobung geschenkt hatte, einen grünen Diamanten, deklassierte den rosafarbenen der ersten im siebenstelligen Bereich. Dagegen war der Ehering ein Schnäppchen, ein 1000 Dollar-Platinband. Strahlend in weißen Kissen liegend, zeigte ihn die 52-jährige Braut stolz wie ein Teenager am Morgen nach der Hochzeit ihrer Gemeinde vor.

In ihrem One the JLo-Newsletter triumphierte sie: “We did it”. Dann frei nach 1. Korinther, 13 : “Liebe ist wunderschön. Liebe ist freundlich. Und sie ist auch langmütig.” Unterschrieben hat sie mit “Mrs. Jennifer Lynn Affleck”.

Mrs. statt Ms. und schon gibt es Ärger

Oh, my God. Das feministische Kommentariat reagierte apoplektisch. J.Lo hätte das Unerhörte getan. Wie konnte  diese stolze Frau, die in ihren Filmen reihenweise Männer rumgekriegt hatte, so unemanzipiert als Mrs. Affleck auftreten? “Mrs.”, nicht “Ms.” wie eine selbständige, selbstbewusste Frau sich anreden lässt. Voll retro.  Nach #MeToo und Abtreibungsverbot gab diese Selfmade-Millionärin, die aus eigener Kraft zum Weltstar aufgestiegen ist, plötzlich “die Frau an seiner Seite”. Welch ein Verrat!

Nur: Ein züchtiges, unterwürfiges Mäuschen war J.Lo nie und wird es auch nicht werden – nicht mit sechs Verlobungen und nunmehr vier Eheschließungen. Statistisch liegt dieses starke Weib im Trend. 80 Prozent der Amerikanerinnen entscheiden sich bei der Hochzeit für den Namen des Mannes.

Die Feministinnen ereifern sich, dass die Mehrheit ihrer Schwestern immer noch nicht bereit sei, das identitätspolitisch Richtige zu tun. In Deutschland geschieht übrigens Ähnliches. An die 75 Prozent nehmen auch hier den Namen des Gatten an. Nur eine Minderheit nimmt die Segnungen des neuen Namensrechts auf.

J.Lo macht es einfach wie die meisten

Schon die Altfeministin Simone de Beauvoir wusste, dass Wahlfreiheit von Übel sei. Den Frauen die Entscheidung zwischen Beruf  und Kindern zu überlassen, würde nur das traditionelle Muster festigen. Sie war überzeugt: „Zu viele würden lieber daheim für die Kinder sorgen“. Das gilt offenbar auch für die Namenswahl. Hinzu kommt, das wird aus Umfragen deutlich: Die meisten Frauen meinen, dass jene, die den Namen des Gatten verweigern, sich auch dem gesamten Eheprojekt nicht verpflichtet fühlten.

Dass das Persönliche das Politische sei, entspricht der feministische Weltsicht. Welcher reaktionäre Teufel hat dann bloß Mrs. Affleck geritten? Ihr Opfer hält sich freilich in Grenzen. Mrs. A. bleibt immer noch und überall J.Lo, ob im Gespann mit Ben Affleck oder jemand anderem. Was immer auch auf der Heiratsurkunde steht. Dass sie sich ihrem Ben unterwirft, ist so wahrscheinlich wie ihr Rückschritt ins Häusliche. Die Empörung trifft die falsche Frau.

“Was ist in einem Namen?” fragte Shakespeares Julia. J.Lo wird weiter Hit-Singles produzieren und in  romantischen Kommödien spielen  und auch dort wie in “Marry me – Verheiratet auf den ersten Blick”, den Mann heiraten, den sie gerade will. Weitere Ehen sind nicht ausgeschlossen. In Las Vegas kann man sich genauso schnell scheiden wie trauen lassen.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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