Vorwürfe gegen Frank-Christian Hansel : Corona-Regel sorgt für Streit in der Berliner AfD

Die Berliner AfD beschuldigt ihren gesundheitspolitischen Sprecher, trotz Corona-Infektion am Sommerfest teilgenommen zu haben. Der streitet die Vorwürfe ab.

Vorwürfe gegen Frank-Christian Hansel : Corona-Regel sorgt für Streit in der Berliner AfD

Die AfD Abgeordneten Roland Gläser (l-r), Georg Pazderski, und Frank Christian Hansel.Foto: picture alliance / dpa

Auch nach der Übernahme von Fraktions- und Landesvorsitz durch Kristin Brinker geht die interne Schlammschlacht in der Berliner AfD weiter.

Jüngster Beleg: Offenbar ungerechtfertigte Vorwürfe gegen Frank-Christian Hansel, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion und Mitglied im Landesvorstand.

In einem anonymen, dem Tagesspiegel vorliegenden Schreiben wird Hansel vorgeworfen, „vorsätzlich“ die Gesundheit von Besuchern des Sommerfestes der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ gefährdet zu haben.

Hansel habe „seinem persönlichen Interesse an der Teilnahme an einem illustren Sommerfest den Vorrang vor dem Gesundheitsschutz der Besucher“ gegeben, heißt es weiter. Gefordert werden „rechtliche oder politische Konsequenzen“.
Die Autoren des Schreibens werfen Hansel vor, die Veranstaltung am vergangenen Samstag besucht zu haben, obwohl dieser am Dienstag zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden war und angeblich keinen negativen Test vorweisen konnte.
Hansel wies das zurück. „Das ist alles Blödsinn“, sagte er mit Verweis darauf, dass eine Freitestung am fünften Tag der Isolationszeit den derzeit geltenden Bestimmungen entspreche.

Dem Tagesspiegel liegen ein negativer Selbsttest sowie das negative Testergebnis eines Testzentrums vor – beide vom Tag der Veranstaltung.

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Die Anwesenheit Hansels beim Sommerfest, an dem auch der ehemalige SPD-Finanzsenator Thilo Sarrazin teilgenommen hatte, war demnach gestattet.
Das wiederum hinderte dessen Parteifreunde nicht daran, Vorwürfe gegen den ohnehin schwer angeschlagenen Hansel in die Welt zu setzen.

Am vergangenen Freitag hatte dieser nach zehnjähriger Mitgliedschaft auf eine erneute Kandidatur für den Vorstand der AfD-Tempelhof-Schöneberg verzichtet.

„Er hätte keine Chance gehabt“, heißt es in Vorstandskreisen.

Neuer Vorsitzender ist Antonin Brousek, ein erklärter Gegner Hansels.

Zuvor war Hansel auf dem AfD-Bundesparteitag mit seiner Kandidatur für den Bundesvorstand krachend gescheitert. Er geht davon aus, sich dort mit Corona infiziert zu haben.

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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