Waldbrand bei Treuenbrietzen außer Kontrolle : Ortsteile Tiefenbrunnen und Frohnsdorf werden evakuiert, Vorwarnung für Klausdorf

Seit Freitag kämpft die Feuerwehr gegen den Brand bei Treuenbrietzen. Die Bewohner der Ortsteile Tiefenbrunnen und Frohnsdorf sollen ihre Wohnungen verlassen.

Waldbrand bei Treuenbrietzen außer Kontrolle : Ortsteile Tiefenbrunnen und Frohnsdorf werden evakuiert, Vorwarnung für Klausdorf

Die Feuerwehr kämpft weiter gegen den Brand in einem Waldstück in der Nähe der brandenburgischen Kleinstadt Treuenbrietzen an.Foto: dpa/Christian Guttmann

Der Waldbrand bei Treuenbrietzen in Brandenburg ist außer Kontrolle.

Nachdem die Bewohner:innen der Ortsteile Frohnsdorf und Tiefenbrunnen aufgefordert wurden, ihre Wohnungen zu verlassen, wird nun auch in Klausdorf die Evakuierung vorbereitet. Das teilte die Stadt Treuenbrietzen via Twitter mit: “Hiermit geben wir für Klausdorf die Vorwarnung zur Evakuierung. ALLE Bürgerinnen und Bürger bereiten sich bitte darauf vor, geordnet und ruhig ihre Häuser zu verlassen.”

Waldbrand bei Treuenbrietzen außer Kontrolle : Ortsteile Tiefenbrunnen und Frohnsdorf werden evakuiert, Vorwarnung für Klausdorf

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Wegen der drohenden Gefahr durch den nahen Waldbrand bei Treuenbrietzen südwestlich von Berlin mussten die Einwohner:innen von Tiefenbrunnen und Frohnsdorf am Sonntagvormittag ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung sei angelaufen, sagte ein Sprecher des Katastrophenstabes des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Etwa 20 Bürger:innen seien betroffen. Bereits am Samstag seien sie vorgewarnt worden und konnten sich vorbereiten.

Die Bewohner:innen sind aufgefordert, ihre Wohnungen „unverzüglich“ zu verlassen und sich in eine Notunterkunft in der Stadthalle von Treuenbrietzen begeben.

In einer amtlichen Gefahrenmitteilung werden Anwohner:innen aufgefordert, auf Durchsagen von Polizei und Feuerwehr zu achten und die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen. Nachbarn sollten informiert werden, bei Bedarf sollte Hilfe geleistet werden.

“Die Lage spitzt sich dramatisch zu”, sagte die Sprecherin des Landkreises, Andrea Metzler, am Sonntagmittag den PNN. “Es sieht bedrohlich aus.” Das liege daran, dass der Wind gedreht habe. Nun werde nach Tiefenbrunnen auch der Ortsteil Frohnsdorf evakuiert, die Einsatzzentrale werde von Frohnsdorf zum Feuerwehrhaus in Treuenbrietzen verlegt.

Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Ortschaften evakuiert werden müssen, so Metzler. Die Zahl der Einsatzkräfte soll auf 750 aufgestockt werden. Bergepanzer seien angefordert, am Sonntag soll auch ein zweiter Hubschrauber der Bundewehr zum Einsatz kommen.

Der Landrat des Landkreises Potsdam-Mittelmark habe den Katastrophenfall ausgerufen, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle der Feuerwehr in Brandenburg an der Havel.

Die Flammen haben sich RBB-Informationen zufolge mittlerweile auf einer 200 Hektar großen Fläche ausgebreitet, das Feuer hat sich auch über die gesperrte B 102 hinaus ausgedehnt.

Weil im Boden auf dem Gelände – ein ehemaliger Spreng- und Übungsplatz – Munition und Kampfmitteln liegen, kommen die Feuerwehrleute nicht direkt an den Brand heran. Geht das Feuer durch die Fläche, kann im Boden versteckte Munition hochgehen.

Zudem sind Selbstentzündungen möglich. Feuerwehrleute können deshalb auch nicht einfach in das Waldgebiet hineinfahren und dort löschen. Sie würden ihr Leben in Gefahr bringen. Eine vollständige Räumung des Geländes von Kampfmitteln würde immense Kosten verursachen.

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Der Landkreis hatte bereits am Samstag mitgeteilt, aufgrund der zunehmenden Rauchentwicklung bestehe die Möglichkeit, dass aus Vorsichtsgründen die Einwohner:innen Tiefenbrunnens vorübergehend evakuiert werden müssten.

Die aktuellen Windverhältnisse hätten zu einer Ausweitung des Einsatzgebietes geführt, hieß es. Auch die Bundeswehr unterstützt die Brandbekämpfung seit Samstagabend mit Löschflügen.

Der Landkreis habe einen entsprechenden Amtshilfeantrag gestellt, teilte die Luftwaffe über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Beteiligt sind auch Soldat:innen des Kreisverbindungskommandos Potsdam-Mittelmark.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht bedankte sich auf Twitter bei den eingesetzten Soldat:innen: “Die Bundeswehr ist da, wenn sie gebraucht wird. Dank an unsere Männer und Frauen, die gerade bei der Bekämpfung des Waldbrandes bei Treuenbrietzen unterstützen.”

Beim Kampf gegen das am Freitagabend ausgebrochene Feuer hatte es am Samstag zunächst nach einem Erfolg ausgesehen. Das Feuer konnte von zweiweise 60 Hektar auf 42 Hektar eingedämmt werden, wie Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter des Landes Brandenburg, auf Anfrage am Samstagvormittag erklärt hatte. 

Eine Brandschutzeinheit aus dem Havelland mit 200 Kräften sei am Vormittag zur Entlastung der Feuerwehrleute vor Ort eingetroffen, sagte Engel. Ab Mittag sollte ein Löschhubschrauber zur Unterstützung der Brandbekämpfung aus der Luft eingesetzt werden. 

Weil die Hubschrauber auch Wasser aus dem Baggersee entnehmen sollten, warnte die Gemeinde mögliche Badegäst:innen davor, sich gleichzeitig im Wasser aufzuhalten. Der Waldschutzbeauftragte Engel hatte zudem schon am Morgen gewarnt, dass Windböen das Feuer auch wieder entfachen könnten.

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Brandenburger Feuerwehren sind am Samstag zu weiteren Bränden aufgrund von Trockenheit ausgerückt. So gerieten rund 160 Kubikmeter Kompost in Jühnsdorf (Teltow-Fläming) in Brand, teilte die Leitstelle der Feuerwehr Brandenburg/Havel mit. Das Feuer sei mittlerweile gelöscht, sagte der Sprecher. Nachkontrollen würden aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

In Lüdendorf bei Treuenbrietzen gerieten drei Hektar Wald in Brand. In Radeland, einem Ortsteil der Stadt Baruth/Mark, brannte ebenfalls der Wald. Kurz vor der Siedlungsgrenze konnte das Feuer gestoppt werden, hieß es. 

Auch im Bereich Altes Lager, einem Ortsteil der Gemeinde Niedergörsdorf, wurden Feuerwehrleute zu einem Brand gerufen. Auch dieser Brand sei unter Kontrolle. Die Löscharbeiten dauerten aber an, sagte der Sprecher.

Waldbrand bei Treuenbrietzen außer Kontrolle : Ortsteile Tiefenbrunnen und Frohnsdorf werden evakuiert, Vorwarnung für Klausdorf

Rauch steigt in einem Waldstück im Ortsteil Frohnsdorf auf. Dort bekämpfen zahlreiche Feuerwehren aus der Region seit…Foto: Paul Zinken/dpa

Die Löscharbeiten in Frohnsdorf werden erschwert, da es sich bei der Waldfläche auch um Kampfmittelverdachtsgebiet handelt. Am Samstag galt landesweit die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe 5. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat die Einsatzleitung übernommen.

Auch in der Nacht waren zahlreiche Einsatzkräfte aus der Region vor Ort gewesen, auch die Feuerwehr Potsdam rückte aus, die Wasserwerfer der Brandenburger Polizei wurden eingesetzt. “Vielen Dank an alle Hilfsorganisationen, die bei diesen hohen Temperaturen über ihre Grenzen gehen”, schrieb der Katastrophenschutz des Landkreises bei Facebook. Und: “Wir befinden uns derzeit zum Waldbrand an derselben Stelle wie auch 2018. Danke an die Einwohner, die uns hier fleißig unterstützen.”

Am Freitag waren bereits 380 Kräfte im Einsatz gewesen. Eine massive Rauchwolke sei bis in den Süden Brandenburgs zu sehen, sagte Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter des Landes Brandenburg.

Waldbrand bei Treuenbrietzen außer Kontrolle : Ortsteile Tiefenbrunnen und Frohnsdorf werden evakuiert, Vorwarnung für Klausdorf

Der Einsatz der Feuerwehrleute könnte schwierig werden, da es sich auch um Fläche im Kampfmittelverdachtsgebiet handele.Foto: dpa / Jörg Carstensen

Der Katastrophenschutz bat die die Bevölkerung am Freitag, im Gebiet um Treuenbrietzen, Linthe und Niemegk, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Kreissprecherin sagte, die Lage sei dynamisch. „Der Wind dreht sich, es ist wieder sehr trocken“, sagte Metzler. Bislang seien aber keine Ortschaften in Gefahr, betonte sie.

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2018 hatten in Treuenbrietzen mehrere Tage lang Flammen in dem Waldstück südwestlich von Berlin gewütet. Damals waren rund 400 Hektar Wald zerstört worden.

Aufgrund des Großbrandes mussten mehr als 500 Menschen die Dörfer Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen verlassen. (Tsp, dpa, AFP)

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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