Waldbrand in Brandenburg : Großfeuer dehnt sich auf 450 Hektar aus – drei Ortschaften werden evakuiert

An der Grenze von Sachsen und Brandenburg lodert ein Brand auf teils munitionsbelastetem Gebiet. Aus einer Heidefläche musste sich die Feuerwehr zurückziehen.

Waldbrand in Brandenburg : Großfeuer dehnt sich auf 450 Hektar aus – drei Ortschaften werden evakuiert

In der Gohrischheide an der Landesgrenze zu Brandenburg bekämpft die Feuerwehr einen großen Waldbrand.Foto: dpa/Robert Michael

Der Großbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg hat sich am Freitag auf 450 Hektar ausgedehnt. Einen ähnlich großen Waldbrand habe es in der Gegend bislang nicht gegeben, sagte die Sprecherin der Feuerwehr Zeithain, Dorit Riedel. „Sowas hatten wir hier in den letzten Jahren noch nie.“

Auf sächsischer Seite seien rund 160 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk vor Ort, um das Feuer einzudämmen. Ein Löschhubschrauber der Bundeswehr unterstützte die Löscharbeiten aus der Luft. Es brannte ein Wald- und Heidegebiet.

Aus der Heide hätten sich die Einsatzkräfte allerdings am Nachmittag zurückgezogen. Es sei dort zu gefährlich geworden, sagte Riedel. Die Wege dort seien so schmal, dass nur ein Fahrzeug durchpasse. Wenn das Feuer dann von vorne komme, könnte der Rückzug zu gefährlich werden. Priorität habe es derzeit, den Ort Nieska vor den Flammen zu schützen.

Problematisch sei auch die Munitionsbelastung in der Gegend. „Das ist ein alter Truppenübungsplatz. Einsatzkräfte, die vorne vor Ort waren, haben berichtet, dass es immer wieder zu kleineren Explosionen gekommen ist“, sagte Riedel.

Die Ortschaften Kosilenzien und Kröbeln im Landkreis Elbe-Elster müssen evakuiert werden. Das teilte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg Raimund Engel am Freitag mit. Beide Ortschaften gehören zur Stadt Bad Liebenwerda. Das Feuer breitet sich ihm zufolge aus. Auf sächsischer Seite muss zudem der Ort Nieska (Landkreis Meißen) evakuiert werden, berichtet der RBB.

Das Feuer sei als Großschadenslage eingestuft worden, hieß es vom Kreisbrandmeister von Elbe-Elster, Steffen Ludewig. Der Wind bereite den Einsatzkräften Probleme.

Waldbrand in Brandenburg : Großfeuer dehnt sich auf 450 Hektar aus – drei Ortschaften werden evakuiert

Die Polizei sperrt die Straße im Waldbrandgebiet in der Gohrischheide ab.Foto: dpa/Robert Michael

Das Feuer war am Donnerstag ausgebrochen. Zwischenzeitlich sei der Brand unter Kontrolle gewesen, doch dann habe der Wind die Flammen wieder angefacht, sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle in Dresden. Das Areal sei früher militärisch genutzt worden. Im Boden lagern noch etliche Blindgänger.

Die Gohrischheide nördlich von Dresden im Landkreis Meißen ist ein Naturschutzgebiet, das auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Zeithain eingerichtet worden war.

Feuer breitet sich über Landesgrenze aus

Ständig wechselnde Winde heizten die Feuer weiter an. „Wir versuchen die Lage zu organisieren und zu stabilisieren“, sagte Kreisbrandmeister Ludewig. Zusätzlich wurden Feuerwehren aus dem Kreis Spree-Neiße angefordert. Auch aus Cottbus waren Einsatzkräfte mit drei Tanklöschfahrzeugen, einem Führungsfahrzeug sowie einem Mannschaftstransporter unterwegs zum Brandort.

Waldbrand in Brandenburg : Großfeuer dehnt sich auf 450 Hektar aus – drei Ortschaften werden evakuiert

Der Waldbrand in Rheinsberg im Brandenburger Norden war am Donnerstag ausgebrochen.Foto: dpa/Christian Guttmann

Am Freitagnachmittag breitete sich das Feuer über die Landesgrenze nach Brandenburg aus. Angefacht durch starke Winde aus Süden liefen die Flammen auf das Dorf Neuburxdorf (Elbe-Elster) zu, sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle Lausitz. „Da steht jetzt ein Getreidefeld in Flammen“, berichtete er. Die Feuerwehr sei dort mit rund 100 Kräften im Einsatz.

Im Kreis Elbe-Elster Brandenburg herrschte am Freitag die Stufe 4 der Waldbrandgefahr, vor allem im Norden Brandenburgs lagen einige Kreise bei der höchsten Stufe 5. Auch im Landkreis Meißen galt die zweithöchste Gefahrenstufe.

Gebiet in Treuenbrietzen an Eigentümer übergeben

In Treuenbrietzen (Kreis Potsdam-Mittelmark) ist nach dem schweren Brand am Wochenende das Waldgebiet nun an die privaten Waldeigentümer übergeben worden. „Sie müssen dort jetzt für Brandwachen sorgen und im Fall eines Brandes die Feuerwehren informieren“, sagte der Sprecher des Landkreises, Kai-Uwe Schwinzert, am Freitag auf Anfrage.

Die bei Beelitz (Potsdam-Mittelmark) im Waldboden versteckten Glutnester waren zwischenzeitig teilweise wieder aufgeflammt, konnten aber wieder gelöscht und unter Kontrolle gebracht werden. „Was wir jetzt nicht gebrauchen können, ist Wind“, sagte Schwinzert. Der könne gefährliche Flammen anfachen.

Brände in Beelitz und Rheinsberg

In Beelitz waren den Angaben zufolge zwei Feuerwehren in der Nacht im Einsatz. Einzelne, über die Waldfläche verteilte Stellen waren betroffen. Die Feuer seien in der Nacht gelöscht worden, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth (parteilos). Es handele sich um eine „entspannte Lage, die jedoch etwas Aufmerksamkeit erfordert“, sagte Knuth.

Auch der Waldbrand bei Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist unter Kontrolle. Vor Ort sei aber eine Brandwache eingerichtet, falls sich erneut eine Brandgefahr entwickeln sollte, sagte eine Sprecherin der Feuerwehr.

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Der Waldbrand im Brandenburger Norden war am Donnerstag ausgebrochen. Nach ersten Angaben der Feuerwehr standen etwa fünf Hektar Wald in Flammen. Die Polizei sprach von zwei bis drei Hektar.

In Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gilt neben dem Landkreis Prignitz die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Bei dem Feuer im Ortsteil Schwanow kam es am Donnerstag zu starker Rauchentwicklung.

Bahnstrecke wegen Feuerwehreinsatz unterbrochen

Die Regionalleitstelle der Feuerwehr gab eine Gefahrenmeldung heraus. Sie rief Anwohner in Rheinsberg sowie im südlich davon liegenden Neuruppin auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Feuerwehren des gesamten Landkreises waren im Einsatz. Rheinsberg mit knapp 8000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt im Rheinsberger Seengebiet im Norden Brandenburgs und ist eine beliebte Feriengegend.

Am vergangenen Wochenende hatte es zwei Waldbrände in Treuenbrietzen und Beelitz (Kreis Potsdam-Mittelmark) südlich von Berlin gegeben. Hunderte Feuerwehrleute, unterstützt von Soldaten der Bundeswehr, waren im Einsatz. Jeweils etwa 200 Hektar standen in Flammen. Feuerwehrleute beobachten weiterhin die Entwicklung vor Ort.

Am Donnerstag kam es an der Bahnstrecke zwischen Beelitz-Heilstätten und Michendorf zu einem erneuten Feuerwehreinsatz. Wie die Deutsche Bahn am Donnerstagnachmittag per Twitter mitteilte, war die Strecke für den RE7 zwischenzeitlich gesperrt. Einzelne Glutnester waren wieder aufgeflammt, wie es von der Polizei hieß. (dpa, Tsp)

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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