Warum die Intuition bei Entscheidungen so wichtig ist

Warum die Intuition bei Entscheidungen so wichtig ist

Nach Gefühl entscheiden oder doch lieber alle Fakten checken? Diese Frage stellen wir uns jeden Tag Foto: alphaspirit – stock.adobe.com

Ein Mensch trifft jeden Tag bis zu 20.000 Entscheidungen! Alle drei Sekunden eine. Von kleinen („Was soll ich essen?“) bis großen Fragen („Soll ich wirklich heiraten?“) ist alles dabei.

Das ist jede Menge! Deshalb versuchen viele, ihre Fähigkeit zu perfektionieren, eine richtig gute Entscheidung zu treffen.

Wir können Sie beruhigen: Statistisch gesehen, sind sieben von zehn Entscheidungen falsch. „Wenn wir aber nichts tun, haben wir nicht drei richtige Entscheidungen, sondern eben gar keine. Nach der Corona-Pandemie sind aber viele entscheidungsträge geworden, weil wir unseren natürlichen Kompass für Dinge verloren haben“, erklärt der Berliner Motivationscoach Christian Weilmeier.

Wir können uns aber nicht nicht entscheiden! Wenn wir eine Wahl aussitzen und nichts machen, haben wir eben entschieden, dass es die anderen für uns tun. Studien der Princeton University haben ohnehin gezeigt, dass man viel öfter Dinge bereut, die man nicht getan hat als die, die man getan hat.

Heißt also: lieber aktiv werden. Aber wie? Sind Entscheidungen mit Bauch oder Kopf besser? Wie sehr sollten wir der eigenen Intuition trauen?

Intuition heißt Erfahrung

Was ist Intuition überhaupt? „Gefühltes Wissen, das plötzlich ins Bewusstsein gelangt, dessen tiefere Gründe man selbst nicht kennt und das dennoch stark genug ist, uns zum Handeln zu bewegen“ – so beschreibt der Intuitions- und Risikoforscher Gerd Gigerenzer das Phänomen in seinem Buch „Bauchentscheidung. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition“ (20 Euro, Goldmann Verlag). Klingt kompliziert, ist es aber nicht.

Denn das Unbewusste basiert einfach auf Erfahrungen, die wir im Leben mal gemacht haben. Und unser Unterbewusstsein arbeitet laut einer Studie der Universität Pennsylvania 200.000-mal schneller als unser Bewusstsein.

Während unser Verstand noch am Abwägen ist, greift unser Unterbewusstsein auf eine riesige Datenbank an Bildern und Ereignissen zurück und gleicht sie mit der aktuellen Situation ab.

Hat eine ähnliche Entscheidung in einer ähnlichen Situation schon einmal zum Erfolg geführt? So entstehen Faustregeln, die in den meisten Lebensbereichen funktionieren und für uns gute Entscheidungshilfen sind. Ähnlich wie bei künstlicher Intelligenz.

Grübeln und Listen machen es nicht besser

Aber nicht jeder Mensch hat einen guten Zugang zu seiner Intuition. Viele ignorieren ihr Bauchgefühl sogar, weil sie glauben, Entscheidungen rational treffen und begründen zu müssen, schreiben lange Pro- und Kontra-Listen.

Studien ergeben immer wieder, dass langes Nachdenken eine Entscheidung kaum verändert. Meistens bleiben wir bei der Wahl, die sich als Erstes richtig angefühlt hat. So hat zum Beispiel eine US-Studie gezeigt, dass Studenten sogar bereit waren, Geld dafür zu zahlen, um ihre Urlaubsentscheidung zu vertagen. Entschieden haben sie sich nach der Extrazeit dennoch genauso wie am Anfang.

Im Zweifel immer Bauch?

Also ist eine Bauchentscheidung immer besser? „Nein!“, sagt Christian Weilmeier. „Das gilt natürlich nur für Themen, bei denen wir ein gewisses Bauchgefühl entwickelt haben.“

Bei Fragen, ob man eine Eigentumswohnung kaufen soll, ist das z. B. nicht der Fall – hier sollte man sich tatsächlich alles genau ausrechnen lassen. Bei emotionalen Entschlüssen dagegen (zum Beispiel, ob man heiraten oder wohin man in den Urlaub fahren soll) schaden Pro- und Kontra-Listen sogar. „Weil wir plötzlich anfangen, Gründe zu generieren, die uns persönlich gar nicht wichtig sind“, so der Experte.

Eine gute Entscheidung muss in erster Linie also zu uns selbst passen. Hier hilft immer die Frage: „Was für ein Mensch werde ich sein, wenn ich mich so entscheide? Und möchte ich dieser Mensch sein?“ Und diese Frage ist letztendlich viel wichtiger als „Mit Herz oder Kopf?“

Warum die Intuition bei Entscheidungen so wichtig ist

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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