Warum schlechte Gewohnheiten sogar richtig gut für uns sein können

Warum schlechte Gewohnheiten sogar richtig gut für uns sein können

Kein Leben ohne Pasta? Kein Problem, mit Spaghetti können wir sogar schlank werden Foto: Getty Images

In unserer Leistungsgesellschaft haben schlechte Gewohnheiten einen schlechten Ruf. Prokrastinieren, Nägelkauen, Sport schwänzen, sich abends mit Pasta vollstopfen – all das sollte man nicht tun.

Von Inna Hemme

Denn schlechte Gewohnheiten gelten nicht als charmant oder natürlich, sondern als etwas, woran wir arbeiten sollten. Um sie wie Unkraut loszuwerden. Aber: Ist es nicht in Ordnung, einige schlechte Angewohnheiten zu haben und sie nicht ändern zu wollen? Doch, ist es! Denn viele davon sind viel besser als ihr Ruf. Das sagt zumindest die Forschung! Hier die Top 7:

Nicht frühstücken

„Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages“, heißt es immer. Viele Forscher sehen das anders. Auch der britische Biochemiker Professor Terence Kealey (University of Cambridge) behauptet in seinem 352-Seiten-Werk „Breakfast is a Dangerous Meal“, zu frühes Essen führe bei Erwachsenen oft zu Übergewicht und Bluthochdruck. Und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bestätigt, dass viele Stunden lang nichts zu essen, sich positiv auf den Stoffwechsel auswirkt.

Kaffee trinken

Genießen Sie Ihre Tasse mit dem dampfenden Wachmacher ruhig jeden Morgen! Studien zeigen: Ein moderater Kaffeekonsum (bis zu drei Tassen täglich) ist mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Parkinson, Alzheimer und Depressionen verbunden. Gegen Stress hilft er auch. Also: Diese schlechte Angewohnheit auf keinen Fall wieder abgewöhnen!

Auf Instagram hängen bleiben

Klar, soziale Medien sind irre Zeitfresser. Man kann stundenlang am Handy hängen und ärgert sich danach über sich selbst. Aber: Aktuelle Studien (wie die der „Royal Society for Public Health“ in Großbritannien) zeigen, dass eine moderate Nutzung nicht schädlich sei und sogar positive Nebeneffekte habe. So fördern Instagram & Co. die Vernetzung von Freunden, Familie und Gleichgesinnten überall auf der Welt, bieten Inspiration und moralische Unterstützung und helfen Menschen, ihre Identität auszudrücken. Wichtig sei, Inhalte bewusst auszuwählen, die einem guttun!

Pasta am Abend essen

Kohlenhydrate sind böse und erst recht ab 18 Uhr. Stimmt das? Fakt ist: Nudeln per se machen nicht dick, sie sind in Maßen sogar richtig gesund und enthalten viele Nährstoffe. Zum Abnehmen sind sie sogar ideal, weil sie ihr Volumen beim Kochen mehr als verdoppeln (durch das aufgenommene Wasser). Was aber dick macht, sind die Soßen. Einfach Spaghetti mit Tomatensoße gegen das schlechte Gewissen schlürfen. Die Uhrzeit ist egal.

Fluchen

Immer alles in sich hineinzufressen, hilft niemandem. Schimpfwörter (aber bitte keine öffentlichen Beleidigungen!) helfen dagegen, die Psyche zu entlasten und Stress abzubauen. Forscher Richard Stephens von der Keele University konnte zeigen, dass Fluchen sogar die Hirnfunktion aktiviert, die uns hilft, Schmerz besser zu ertragen. Gleichzeitig wird ein Hormoncocktail aus Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Na dann!

Dinge nicht sofort erledigen

Die meisten von uns haben schon einmal unter Aufschieberitis gelitten, einige müssen sogar täglich dagegen kämpfen. Dabei ist es überhaupt nicht schlimm, Dinge nicht sofort zu erledigen! John Perry, Professor für Philosophie in Stanford, behauptet sogar: Liegenlasser und Aufschieber mit Plan schaffen enorm viel. Erstens finden sie dabei viele tolle Dinge, die sie stattdessen erledigen. Zweitens machen knappe Deadlines produktiver. Drittens erledigen sich manche Aufgaben auch von selbst. Und wenn wir mal keine Motivation für Sport haben, will unser Körper uns vielleicht einfach damit sagen, dass er gerade Ruhe braucht.

Sich schmutzig machen

Keine Lust zu duschen? Nach der Gartenarbeit schon wieder völlig eingesaut? Schön! Das ständige Reinigen tut unserem Körper längst nicht so gut, wie wir glauben. Schrubben wir uns zu oft, hat unser Immunsystem keine Gelegenheit, sich einen ausreichenden Schutz gegenüber Bakterien aufzubauen. Zwei- bis dreimal pro Woche zu duschen, halten Hygieneexperten für ideal. Fazit: Ruhig mal dreckig machen. Und lassen.

Und was tun mit den restlichen schlechten Angewohnheiten? Denken Sie daran: Eine Gewohnheit kann kurzfristig wohltuend sein, längerfristig aber gesundheitsschädlich. Es kommt immer auf das richtige Mittelmaß an!

Warum schlechte Gewohnheiten sogar richtig gut für uns sein können

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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