Weil er im Knast statt in Psychiatrie sein wollte : Mörder von Fritz von Weizsäcker soll durch Hungerstreik gestorben sein

Gregor S. soll nach Tagesspiegel-Informationen durch einen Hungerstreik gestorben sein. Pfleger hatten den verurteilten Mörder am Ostermontag tot aufgefunden.

Weil er im Knast statt in Psychiatrie sein wollte : Mörder von Fritz von Weizsäcker soll durch Hungerstreik gestorben sein

Der verurteilte Täter beim Prozessauftakt im Mai 2020 vor dem Landgericht Berlin.Foto: Carsten Koall/dpa

Der verurteilte Mörder von Fritz von Weizsäcker tot. Nach Tagesspiegel-Informationen könnte Gregor S. seinen Tod selbst herbeigeführt haben – per Hungerstreik. Die Senatsgesundheitsverwaltung bestätigte am Freitag lediglich einen „Bild“-Bericht, dass S. gestorben sei.

Er soll am Ostermontag vom Pflegepersonal tot in seinem Bett in einem Zimmer des Maßregelvollzugs gefunden worden, sagte sie. Die Staatsanwaltschaft führe einem Sprecher zufolge ein Todesermittlungsverfahren durch. Es gebe aber keine Hinweise auf Fremdverschulden, sagte er. Nähere Erkenntnisse soll eine Obduktion bringen.

S. war nach Tagesspiegel-Informationen mit seiner Unterbringung im Maßregelvollzug wegen einer attestierten psychischen Störung nicht einverstanden und wollte in einem regulären Gefängnis seine Strafe verbüßen. Bereits vor seiner Verurteilung war S. in der Psychiatrie des Maßregelvollzugs in einen Hungerstreik getreten, um so seine Verlegung ins Gefängnis zu erzwingen.

Gregor S. soll darauf gedrängt haben, in ein Gefängnis verlegt zu werden

Er hatte darauf beharrt, nicht geisteskrank zu sein. Bis zuletzt soll er darauf gedrängt haben, ins Gefängnis zu kommen. Auch in den vergangenen Wochen soll S. erneut die Nahrungsaufnahmen verweigert und extrem abgenommen haben.

Der Mann aus Andernach (Rheinland-Pfalz) war im Juli 2020 zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren wegen Mordes an Fritz von Weizsäcker und versuchten Mordes an einem Polizisten verurteilt. Zudem wurde die Unterbringung des damals 57-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte das Mordurteil im Januar 2021.

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Gregor S. hatte am 19. November 2019 den jüngsten Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Schlosspark-Klinik in Charlottenburg erstochen. Als Motiv für die Tat sah die Staatsanwaltschaft Hass auf die Familie des Getöteten, insbesondere auf dessen Vater, den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

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Laut Urteil hatte der Täter Fritz von Weizsäcker heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen ein Messer in den Hals gerammt. Der Polizist, der den Angreifer überwältigte, wurde schwer verletzt. Ein Gutachten hatte S. eine psychische Störung und eine erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit bescheinigt. Deswegen wurde er nicht wie bei Mord üblich zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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