Zensus 2022 : Teilnahme-Pflicht, Online-Fragebogen und weitere Fakten zur Volkszählung

Am 15. Mai beginnt in Deutschland der Zensus 2022. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Zensus 2022 : Teilnahme-Pflicht, Online-Fragebogen und weitere Fakten zur Volkszählung

Ein Tablet im Bayerischen Landesamt für Statistik, mit dem Erhebungsbeauftragte des Zensus, die Befragungen vor Ort durchführen.Foto: Daniel Karmann/dpa

Der Zensus ist eine Art von Inventur, nur dass keine Waren im Lager gezählt werden, sondern Menschen im Land – und zusätzlich werden Daten zur Wohnsituation in Deutschland gesammelt. Alle Mitgliedsstaaten der EU sind zum Zensus verpflichtet, der alle zehn Jahre stattfinden soll und wegen der Corona-Pandemie von 2021 auf 2022 verschoben wurde.

Sogenannte Volkszählungen waren immer wieder umstritten. Als besonders kontrovers gilt der Zensus in der Bundesrepublik Deutschland von 1987, gegen den es Bürgerproteste und einen Boykott gab. Ursprünglich sollte dieser Zensus bereits 1981 stattfinden, er wurde schließlich aber vom Bundesverfassungsgericht untersagt, da die Fragen Rückschlüsse auf die Identität der Befragten zuließen.

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Warum gibt es den Zensus?

Das Statistische Bundesamt begründet die Notwendigkeit eines Zensus damit, dass er der Politik dabei hilft, vorausschauend planen zu können. Wie viele neue Wohnungen braucht Berlin? Wo sollen neue Kitas in Freiburg entstehen? Der Bund, die Länder und die Gemeinden nutzen Bevölkerungsstatistiken als eine Grundlage ihrer Planung – die möglichst aktuell sein sollen.

Hauptsächlich werden Daten aus bestehenden Verwaltungsregistern verwendet. Da diese aber teilweise unvollständig und nicht aktuell sind, wird der Zensus als Ergänzung durchgeführt. Betroffen sind 2022 etwa 10,3 Millionen zufällig ausgewählte Menschen (das entspricht etwas mehr als zehn Prozent der Einwohner:innen Deutschlands).

Hinzu kommen 23 Millionen Eigentümer:innen von Wohnraum, die zu Nettokaltmieten und Gründen für Leerstand Auskunft geben müssen.

Zensus 2022: Wie mache ich mit und wo ist der Online-Fragebogen?

Wer am Zensus 2022 teilnehmen muss, wird per Brief dazu aufgefordert. Die Fragen können entweder online beantwortet, oder auch portofrei per Post eingeschickt werden. Jeder kann sich die unterschiedlichen Fragebögen auch ohne Zugangsdaten im Internet ansehen.

Den Befragten wird jeweils eine Frist mitgeteilt; die Fristen können zwischen den Bundesländern sowie den Erhebungsstellen variieren.

Ein Teil der Bevölkerung wird zusätzlich direkt befragt. Diese Interviews werden von Ehrenamtler:innen persönlich und an einem vorab angekündigten Termin durchgeführt, entweder an der Tür oder online.

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Pflicht, Verweigerung, falsche Angaben: Welche Strafe ist zu erwarten?

Wer den Brief mit den Fragen zum Zensus bekommt, ist laut Zensusgesetz 2022 zur Auskunft verpflichtet. Falsch ausgefüllte Fragebögen sollen durch eine Plausibilitätskontrolle auffallen. Wer nicht antwortet, wird mehrmals gebeten, die Fragen zu beantworten. Wer schließlich eine falsche, unvollständige oder nicht rechtzeitige Auskunft erteilt, kann zur Zahlung eines Zwangsgeldes verpflichtet werden. Das Zwangsgeld würde erst nach Verstreichung einer Frist fällig. Geldbußen sind eine mögliche anschließende Sanktion.

Die Höhe der Zwangs- und Bußgelder wird von den Bundesländern festgelegt. Bußgelder sind bis zu einer Höhe von 5000 Euro möglich.

Welche Daten müssen angegeben werden?

Abgefragt werden Daten zur Demographie, also zum Beispiel zu Alter, Geschlecht oder der Staatsbürgerschaft. Dazu kommen Fragen zur Wohn- und Wohnungssituation, die etwa die Anzahl der Personen im Haushalt betreffen.

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Welche Daten liefert der Zensus genau?

Es geht um den Blick von oben auf Deutschland. Individuelle Einstellungen spielen im Zensus keine Rolle. Erhoben werden:

  • Aktuelle Bevölkerungszahlen
  • Daten zum Alter, Geschlecht oder der Staatsbürgerschaft der Einwohner:innen
  • Daten zur Wohn- und Wohnungssituation wie durchschnittliche Wohnraumgröße, Leerstand oder Eigentümerquote

Ausdrücklich nicht erhoben werden unter anderem:

  • Die Sozialversicherungsnummer
  • Das Einkommen
  • Der Impfstatus

Warum wird im Zensus 2022 auch zu Wohnungen gefragt?

Der Zensus 2022 erhält auch eine Gebäude- und Wohnungszählung für Eigentümer:innen. Der Grund: In Deutschland existiert kein einheitliches Verwaltungsregister zum flächendeckenden Bestand an Wohnungen und Gebäuden.

Wie werden meine Daten geschützt?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts erfülle die Datenübermittlung des Online-Fragebogens „höchste Sicherheitskriterien nach den Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik“. Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder wollen dafür Sorge tragen, keiner unbefugten Person Zugriff auf Daten zu geben, die noch nicht anonymisiert wurden.

Die Auswertung der Daten soll anonymisiert passieren. In der Aufbereitung werden keine Einzelfälle dargestellt. Voraussichtlich werden die Ergebnisse im November 2023 vorliegen. Spätestens im Mai 2026 werden die Daten gelöscht.

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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