Zu wenig Staatsanwälte!So wird das nichts mit dem Kampf gegen kriminelle Clans

Zu wenig Staatsanwälte!So wird das nichts mit dem Kampf gegen kriminelle Clans

Polizisten tragen Beweismaterial aus einer Wohnung. Der Tatverdächtige soll über Enchrochat kommuniziert haben

Foto: spreepicture Teilen Twittern SendenVon: Axel Lier 03.06.2022 – 10:39 Uhr

Berlin – Monatelang waren die Ermittler den Tatverdächtigen auf den Fersen. Dann erfolgte der Zugriff. Doch am Ende gab es keinen Haftbefehl!

Die Bande um Abdel Al-Z. (49) – Mitglied eines polizeibekannten Clans – agierte aus einer Wohnung an der Skalitzer Straße (Kreuzberg) heraus. Es ging um Drogen. Gehandelt über den verschlüsselten Messenger-Dienst Encrochat. Bis zum Juli 2020 waren Encrochat-Handys die Geräte, mit der die Unterwelt am liebsten und vermeintlich abhörsicher kommunizierte. Bis die Polizei die Verschlüsselung knackte und zu den Tätern ermittelte.

Zuerst gingen die Behörden gegen die großen Gangster vor, jetzt kommen auch die mittleren und kleinen Dealer dran.

So auch am 19. Mai: Fahnder der „Ermittlungsgruppe Büchse“ aus der Direktion 5 und 80 Bereitschaftspolizisten stürmten die Wohnung von Al-Z. und drei weitere Objekte an der Augsburger-, Bülow-, und Gitschiner Straße. Neben Al-Z. wurde auch ein mutmaßlicher Komplize (47) festgenommen.

Zu wenig Staatsanwälte!So wird das nichts mit dem Kampf gegen kriminelle Clans

In diesem Mehrfamilienhaus an der Skalitzer Straße gab es am 19. Mai eine groß angelegte Razzia

Foto: Timo Beurich

„Die Wohnung an der Skalitzer war eine Fundgrube“, berichtet ein Polizist. Die Fahnder entdeckten Bargeld hinter Holzverkleidungen, in präparierten Konservendosen, in Medikamentenpackungen, im Kleiderschrank. Vor der Haustür parkte ein Luxus-SUV von Mercedes – er wurde beschlagnahmt.

Das Ergebnis der Razzia: fast ein Kilo Haschisch, knapp 50 000 Euro mutmaßliches Drogengeld, eine PTB-Waffe sowie ein Cuttermesser. Die beiden Tatverdächtigen kamen in eine Gefangenensammelstelle, die Ermittler rechneten fest mit einem Haftbefehl.

Doch ohne die Staatsanwaltschaft geht die Rechnung nicht auf. Es kam nicht mal zur Vorführung beim Haftrichter. Warum?

Eine Quelle: www.bild.de

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