Zwei Großbrände in Brandenburg : 100 Hektar Fläche brennen bei Rehfeld – Rund 600 Anwohner werden evakuiert

Im Süden Brandenburgs stehen 100 Hektar Wald und Acker in Flammen, auch ein Windpark ist gefährdet. Ein Großbrand im Norden ist inzwischen unter Kontrolle.

Zwei Großbrände in Brandenburg : 100 Hektar Fläche brennen bei Rehfeld – Rund 600 Anwohner werden evakuiert

Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr. (Symbolbild)Foto: dpa/ Thomas Warnack

Der große Acker- und Waldbrand südlich von Rehfeld im Landkreis Elbe-Elster ist auch am Abend noch nicht unter Kontrolle. Der Einsatz der Feuerwehr werde noch die ganze Nacht dauern, sagte ein Sprecher des Landkreises Elbe-Elster am Montagabend. Insbesondere Sturmböen verhinderten, dass die Einsatzkräfte die Flammen unter Kontrolle bringen konnten, wie es hieß. „Wir haben eine sehr dynamische Situation“, sagte der Sprecher.

Das Feuer hatte sich von zunächst 10 Hektar am frühen Montagnachmittag innerhalb kürzester Zeit auf rund 100 Hektar ausgebreitet, wie der Landkreis am Montag mitteilte. Der Brand sei als Großschadenslage eingestuft worden, der Kreis habe somit die Einsatzleitung übernommen.

Erste Bewohner von anliegenden Ortschaften mussten ihre Wohnungen verlassen. Der Verwaltungsstab des Landkreises ordnete am frühen Abend die Evakuierung von Rehfeld an. Betroffen waren rund 200 Menschen. Später würde diese Vorsichtsmaßnahme auch für Kölsa und Kölsa-Siedlung in der Stadt Falkenberg (Elster) angeordnet. Dort sind rund 400 Menschen betroffen.

Es brennt den Angaben zufolge im Wald zwischen Windrädern. Mindestens eine Anlage stünde innerhalb der Brandfläche, andere Windkraftanlagen seien gefährdet, berichtete der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte Philipp Haase am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe eine starke Rauchentwicklung, die weithin sichtbar sei, beschrieb Haase.

Den bislang größten Waldbrand des Jahres in Elbe-Elster und Brandenburg hatte es Ende Juni an der Grenze zu Sachsen in der Gohrischheide gegeben – rund 20 Kilometer entfernt. Der Brand hatte sich in Richtung des brandenburgischen Mühlberg (Elbe-Elster) ausgeweitet. Mehr als 800 Hektar standen zeitweise in Flammen. Die Ortslagen Kröbeln und Kosilenzien der Stadt Bad Liebenwerda mussten zwischenzeitlich evakuiert werden.

Mehrere Feuer in Brandenburg – auch durch Brandstiftung

Bei Gransee nördlich von Berlin im Kreis Oberhavel kämpfte die Feuerwehr gegen einen Brand auf rund 60 Hektar Feld- und Waldfläche. Er konnte eingedämmt werden und sei mittlerweile unter Kontrolle, so der Waldbrandschutzexperte. Dafür waren schätzungsweise bis zu 100 Einsatzkräfte vor Ort, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost mitteilte. Es gebe noch Nachlöscharbeiten. Ein Hubschrauber der Polizei flog mit einer Wärmebildkamera über dem Gebiet.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Brandenburg kämpfen derzeit gegen mehrere Waldbrände – einige sind durch Brandstiftung entstanden. So sei das etwa bei einer Brandserie im Gebiet Oranienburg (Oberhavel), teilte die Polizei mit.

Innerhalb von wenigen Tagen habe es zahlreiche kleine Feuer in unmittelbarer Nähe zueinander gegeben. Spuren seien gesichert worden, sagte Christin Knospe, Sprecherin der Polizeidirektion Nord der Deutschen Presse-Agentur am Montag. „Wir prüfen die Zusammenhänge.“

Menschliches Handeln verursacht nach Angaben des Umweltministeriums mehr als 90 Prozent aller Waldbrände mit bis zu 99 Prozent der Waldbrandschadflächen. „Das macht uns massiv Probleme“, berichtete der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte Philipp Haase am Montag.

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Nahezu im gesamten Land galt am Montag laut Umweltministerium die höchste Waldbrandgefahrenstufe fünf. Nur in Potsdam-Mittelmark galt die zweithöchste Stufe vier. Brandenburg verfügt über eine Waldfläche von rund 1,1 Millionen Hektar.

In der Lieberoser Heide sind die Einsatzkräfte nach dem großen Brand auf 90 Hektar Fläche vor drei Wochen noch immer mit Nachlöscharbeiten befasst. Bis zu 20 kleinere Brandstellen gebe es noch, sagte Haase.

Die Zahl der Feuer seit Beginn der Waldbrandsaison stieg auf rund 376 Brände auf einer Fläche von etwa 930 Hektar. Das Risiko von Waldbränden sei weiter sehr hoch, betonte der Waldbrandschutzexperte. (Tsp,dpa)

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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