Zwei Museums-Attacken in Berlin | Trittbrett-Aktivistin beschmiert Gemälde mit Kunstblut

Im Naturkundemuseum kleben Klima-Aktivisten an einem Dino

Zwei Museums-Attacken in Berlin  | Trittbrett-Aktivistin beschmiert Gemälde mit Kunstblut

Die Polizei bringt die Trittbrettfahrer-Aktivistin aus der Alten Nationalgalerie. Das Museum befindet sich auf der Berliner Museumsinsel

Foto: Olaf Selchow Teilen Twittern Senden Von: Matthias Lukaschewitsch, Claudia von Dühren und Katja Colmenares 30.10.2022 – 21:20 Uhr

Berlin – Klebe-Protest immer irrer! Mittlerweile haften nicht mehr nur Klima-Aktivisten an Gegenständen! Am Sonntag beschmierte eine Frau in der Alten Nationalgalerie in Berlin ein Gemälde – zur Gruppe „Letzte Generation“ gehört sie nach BILD-Informationen aber nicht.

Die Frau hatte sich im 1. Obergeschoss an eine Wand geklebt. In dem Bereich gibt es eine Ausstellung zahlreicher impressionistischer Künstler.

Ein Sprecher der Staatlichen Museen bestätigte die Aktion. In einem Statement hieß es, dass sich eine „Einzelperson“ gegen 15.50 Uhr „das verglaste Gemälde ‘Clown’ von Henri de Toulouse-Lautrec und die dortige Wandbespannung mit einer Kunstblutflüssigkeit beworfen und sich an die Wand neben den Gemälde geklebt“ habe. Vorher hätte sie Flugblätter im Saal verteilt.

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So sieht das Bild im Original aus

Foto: Alte Nationalgallerie, Staatliche Museen zu Berlin/Andreas Kilger, CCBY -NC-SA

Die Sicherheitskräfte hätten den Vorfall umgehend der Polizei gemeldet. Diese löste die Frau von der Wand und nahm sie in Gewahrsam. Die Behörde machte zum möglichen Hintergrund der Aktion am Sonntagabend keine Angaben.

„Ich bin erschüttert über diesen weiteren sinnlosen Angriff auf die Kunst, der in diesem Fall offenbar keiner klimapolitisch aktiven Gruppe zuzuordnen ist“, teilte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, am Sonntagabend mit.

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Die Polizei in der Alten Nationalgalerie

Foto: Olaf Selchow

Und weiter: „Nach jetzigem Kenntnisstand ist das Werk in der Alten Nationalgalerie, das heute attackiert wurde, glücklicherweise nicht schwer beschädigt, allerdings ist erheblicher Schaden im Ausstellungsraum entstanden: Farbe und Klebstoff müssen von der stoffbespannten Wand entfernt werden“, sagte Parzinger. Das Werk wird nun in der hauseigenen Restaurierungswerkstatt untersucht.

Der Impressionistensaal sei umgehend geschlossen worden, der Rest des Mesums sei wie geplant bis 18 Uhr geöffnet gewesen. Die Alte Nationalgalerie, die montags ohnehin geschlossen hat, soll nach jetzigem Stand wie üblich am Dienstag wieder öffnen.

Klima-Chaoten kleben an Dino

Nur ein paar Kilometer entfernt, ebenfalls in Berlin-Mitte, etwa zeitgleich eine weitere Klebe-Aktion. Diesmal von den Klima-Klebern. Am Mittag hefteten sich zwei Frauen an einen Dinosaurier im Berliner Naturkundemuseum!

66 Millionen Jahre hatte der Dino seine Ruhe. Dann, gegen 14 Uhr, klebten sich zwei Klima-Chaotinnen der „Letzte Generation“ an die Haltestangen, die das Riesenskelett stützen, fest.

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Aktivistin Caris C. (34) hielt ein Kind an der Hand

Foto: Letzte Generation

Unfassbar: eine der Frauen, Caris C. (34) aus Leipzig, hielt dabei ein Kind an der Hand! Was für eine Wahnsinn!

Und auch Solveig Sch. (42) war mit dabei. Die sogenannte Klimaaktivistin ist bereits im April 2021 mit einer ähnlichen Aktion in Frankfurt/Main aktenkundig geworden. Sie hatte sich mit ihrer ältesten Tochter Lina Sch. (20) auf der Straße festgeklebt. Dafür wanderte sie nach eigenen Angaben sechs Tage in Polizeigewahrsam …

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Die Aktivistinnen verschafften sich Zugang zum Skelett des Sauriers

Foto: Letzte Generation

45 Minuten nach der Klebeaktion alarmierte das Sicherheitspersonal des Museums die Polizei. Die Beamten lösten die festgeklebten Frauen vom Dino-Skelett. „Mit Raps- oder Sonnenblumenöl“, bestätigte eine Polizeisprecherin eine BILD-Anfrage.

Caris C., die Mutter, die das Kind an der Hand hielt, erklärt die Aktion so: „Ich habe Angst vor Waldbränden, vor Wasserknappheit, Hungersnöten und Krieg.“

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Die beiden Frauen vom Protest im Naturkundemuseum stehen in einem Polizeiwagen

Foto: Olaf Selchow

Die Polizei nahm die zwei Frauen in Polizeigewahrsam, ermittelt wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Was mit dem Kind passiert ist, konnte eine Polizeisprecherin nicht sagen.

Museum öffnet nach Attacke auf Monet wieder

Es sind nicht die ersten Attacke auf wertvolle Kulturgüter! Erst vergangenen Sonntag klebten sich zwei Klima-Chaoten im Potsdamer Museum Barberini an einen 111-Millionen-Euro-Monet mit dem Titel „Getreideschober“ (1890). Zuvor hatten sie das Werk mit Kartoffelbrei besudelt!

Am Montag soll das Museum wieder öffnen. Das Haus war seit vergangenem Dienstag geschlossen, weil mit den Leihgebern für die aktuelle Surrealismus-Ausstellung zunächst über Sicherheitsmaßnahmen beraten werden sollte.

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Mit voller Wucht warfen zwei Aktivisten Kartoffelbrei gegen das Gemälde. Danach klebten sie sich fest

Foto: @AufstandLastGen

Nun können die Ausstellungsräume zukünftig nur nach Abgabe von Jacken und Taschen an der Garderobe oder in den Schließfächern besucht werden.

In den vergangenen Monaten hatte es zahlreiche Angriffe von Klima-Aktivisten auf Kunstwerke in Museen gegeben.

Eine Quelle: www.bild.de

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